Müller und Woidke warnen vor «Mauern in den Köpfen»

09.08.2021 Die SPD-Regierungschefs aus Berlin und Brandenburg, Michael Müller und Dietmar Woidke, haben zum 60. Jahrestag des Mauerbaus zu Respekt und Toleranz aufgerufen. «Teilungen und Trennungen manifestieren sich nicht immer in Beton und Stacheldraht», schreiben Berlins Regierender Bürgermeister und Brandenburgs Ministerpräsident in einem gemeinsamen Beitrag im «Tagesspiegel» und in den «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (Montag). «Sie (...) verlaufen oft in den Köpfen.» Die Gesellschaft drifte in immer kleinere Teilgruppen auseinander, die sich teils völlig zurückzögen oder lautstark auf sich aufmerksam machen wollten. «Arbeiten wir gemeinsam mit Respekt und Toleranz an der Basis unseres Zusammenlebens!»

Die Sonne scheint durch einen Spalt in der Berliner Mauer an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die große Lehre aus 28 Jahren Berliner Mauer sei, dass sich der Wunsch nach Freiheit nicht unterdrücken lasse, schreiben Müller und Woidke. «Heute stehen wir in Deutschland für eine freie und offene Gesellschaft, die ihre Konflikte gewaltfrei im Diskurs austrägt. Was wir dafür am dringendsten brauchen, sind nicht neue Mauern in den Köpfen, sondern Mut und Zuversicht.»

In Deutschland wird am Freitag (13. August) an den Bau der Mauer vor 60 Jahren erinnert. Das zentrale Gedenken findet in Berlin vor der Kapelle der Versöhnung statt. Zur Gedenkveranstaltung von Brandenburg in Hohen Neuendorf werden Berlins Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland, Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke sowie Müller und Woidke erwartet. 140 leere Stühle sollen an die Mindestzahl der Menschen erinnern, die an den Sperranlagen starben, zum Beispiel bei Fluchtversuchen.

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