Fischers Understatement vor Duell: Kruse ein Kandidat

06.08.2021 Die Rolle des Außenseiters passt nicht mehr zu Union Berlin. Dennoch redet Trainer Fischer den Pokalkonkurrenten aus der 3. Liga stark. Bei Türkgücü München bauen die Eisernen auf Unterstützung der eigenen Fans und einen möglichen Einsatz von Olympia-Fahrer Kruse.

Max Kruse aus Deutschland freut sich über ein Tor. Foto: Kiichiro Sato/AP/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Urs Fischer wählte behutsame Worte. So kennt man den Schweizer mittlerweile in Berlin-Köpenick. Der Trainer des 1. FC Union wollte vor dem DFB-Pokalspiel am Sonntag (15.30 Uhr) beim Fußball-Drittligisten Türkgücü München die Favoritenrolle seiner Mannschaft keinesfalls überhöhen. «Das erste Pflichtspiel im Pokal ist aus meiner Sicht eine schwierige Aufgabe, wenn ich sehe, wie der Gegner bestückt ist. Die Spieler haben in der 1. und 2. Liga Erfahrung gesammelt. Es ist eine kompakte Mannschaft, zumindest haben sie in den ersten beiden Spielen gegen Verl und Halle diesen Eindruck gemacht», erklärte Fischer.

Understatement nimmt man den Eisernen aber nicht mehr ab. Der Bundesliga-Siebte spielt in Kürze in den Playoffs zum Europacup. Die Rolle des Underdogs haben nun andere. «Sie versuchen, Fußball zu spielen. Sie haben aber auch mit langen Bällen ein Mittel, über ihren Zielspieler Petar Sliskovic gefährlich zu werden. Sie besitzen Geschwindigkeit auf den Seiten und trauen sich etwas zu. Ich glaube, dass wir einen guten Tag brauchen, um uns für die nächste Runde zu qualifizieren», ließ sich Fischer von seiner verbalen Defensivhaltung aber nicht abbringen.

Die Olympia-Fahrer Max Kruse und Cedric Teuchert stehen zur Verfügung. Seit Dienstag trainieren die Angreifer wieder mit. Ab und zu schieben sie ein Zusatzprogramm. Ob Kruse gleich wieder von Beginn an mitmischen darf, ließ Fischer aber noch offen. «Er ist zumindest einsatzbereit. Schauen wir mal. Er hat sich in dieser Woche gut präsentiert. Von daher ist er eine Möglichkeit», sagte der Schweizer.

In Bestbesetzung kann Union in München aber nicht antreten. Von den Stammplatzkandidaten fehlen Mittelfeldmann Grischa Prömel (Probleme in der Leistengegend) und Angreifer Sheraldo Becker (muskuläre Probleme). Prömel, der nun gemeinsam mit Marvin Friedrich Vizekapitän hinter Spielführer Christopher Trimmel ist, fällt schon seit geraumer Zeit aus. Becker plagen seit dem Trainingslager in Oberlängenfeld in Österreich Verletzungssorgen. Passen muss ebenso Angreifer Leon Dajaku (nach Blinddarm-Operation). Union kann sich im historischen Stadion an der Grünwalder Straße auf ein bisschen Heimspiel-Atmosphäre einstellen. 2500 Besucher werden vom Gastgeber erwartet. Union setzte in Berlin bis Donnerstag 1350 Tickets ab. «Ich bin froh, dass uns zahlreiche Fans unterstützen werden. Das braucht man immer wieder, dass man in gewissen Momenten vorangetrieben wird», sagte Fischer. In der Vorbereitung war seine Elf in allen fünf Testspielen ungeschlagen geblieben. Da bleibt wenig Platz für Understatement.

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