Ermittlungen zu Bluttat in Lanz beendet

05.08.2021 Nach der Gewalttat in Lanz in der Prignitz, bei der ein 64-Jähriger zunächst seine Frau und anschließend sich selbst mit einer Kettensäge getötet hat, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsakten geschlossen. «Das Ermittlungsverfahren ist beendet», sagte der Leiter der Abteilung für Kapitalverbrechen bei der für den Fall zuständigen Staatsanwaltschaft in Neuruppin, Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer, der Deutschen Presse-Agentur. «Das war eine Trennungsgeschichte», erklärte er. Es sei keine Seltenheit, dass jemand, der unzufrieden mit seinem Leben sei, andere mit in den Tod reiße.

Der Schriftzug "Polizei" an einem Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Zeuge hatte in dem Fall Ende Mai die Polizei alarmiert. Als die Polizisten eintrafen, war es bereits zu spät: Sie fanden nur noch die Leichen des 64-Jährigen und der 62 Jahre alten Frau auf dem Grundstück des gemeinsamen Hauses. Der Mann hatte seine Frau mit der Kettensäge enthauptet. Die 62-Jährige hatte sich von ihm getrennt, beide wohnten nicht mehr in dem Haus. Es sollte ein letztes Treffen werden.

Es ist keine Seltenheit, dass eine Frau durch ihren Ex-Partner oder Noch-Partner getötet wird. Neun sogenannte Femizide zählte die Kriminalpolizei in Brandenburg im vergangenen Jahr. Sechs Mal blieb es beim Tötungsversuch, drei Mal starb eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner. Acht Tatverdächtige waren männlich, eine weiblich. Der Altersdurchschnitt lag bei 53 Jahren, die Getöteten waren im Schnitt etwa 51 Jahre alt. Im Jahr 2019 gab es elf Fälle. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden gezielt gegen Frauen gerichtete Straftaten nicht gesondert erfasst.

«Der Tod ist nur die letzte Eskalationsstufe, das Ende einer langen Gewaltspirale», sagt Laura Kapp, Referentin für Organisation beim Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser. Tod durch Kettensäge, ein Mann ertränkt seine Frau vor den Augen seiner Kinder in einem Teich in Werder - das sind nur einige Fälle, die das Netzwerk unter den Begriff Femizid verbucht. Den Fällen ist gemeinsam: Die Frauen stehen in einer Beziehung zum Täter. «Der Trennungsmoment ist der gefährlichste», erklärt Kapp. Auf keinen Fall sollten Betroffene alleine zu einem Treffen gehen, um das der Ex-Partner bittet.

Aus Sicht von Kapp sind anlassbezogene Fallkonferenzen wichtig. Polizei, Jugendämter und Frauenhäuser müssten zusammenarbeiten, Informationen austauschen. «Fast kein Fall passiert aus der Luft. Meist gab es schon einmal eine Wegweisung, Polizei oder Jugendamt wurden schon einmal gerufen.» Fälle hätten so verhindert werden können.

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