Ministerium zum Impfen ab 12: Brauchen klare Orientierung

01.08.2021 Das Brandenburger Gesundheitsministerium befürwortet den Vorschlag des Bundesministeriums für ein Impfangebot für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren - auch mit Blick auf den Schulstart. Inzwischen sind viele Impfzentren in kommunaler Trägerschaft.

Eine Notfallsanitäter zieht den Corona-Impfstoff von Biontech in eine Spritze. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums, Jugendlichen in allen Bundesländern Corona-Impfangebote zu machen, stößt im Brandenburger Gesundheitsministerium auf Zustimmung. «Wir brauchen jetzt im Interesse der Familien eine klare Orientierung zum Impfen von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren, wenn Eltern zustimmen», sagte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse am Sonntag der dpa. Es sei wichtig, dass auch ganze Familien von dem Impfangebot Gebrauch machten. Gerade über Familien mit Kindern werde das Virus schnell weitergetragen. Deshalb sei es gut und richtig, dass sich die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am Montag mit diesem wichtigen Thema befasse.

Jugendliche sollen nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums in allen Bundesländern Corona-Impfangebote bekommen. Das geht aus einem Entwurf für einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte «Bild am Sonntag» darüber berichtet. «Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten», schreibt das Ministerium in dem Beschlussvorschlag.

Der Brandenburger Ministeriumssprecher erklärte: «Es stehen Impfstoffe zur Verfügung, die ab dem 12. Lebensjahr zugelassen sind. Sie sind geprüft, sicher und wirksam.» Auch mit Blick auf das Ende der Ferienzeit und den Schulstart sei es für einen breiten Infektionsschutz entscheidend, dass sich jetzt mehr Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre impfen lassen könnten.

Unterdessen werden seit Sonntag viele Impfzentren von den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten betrieben. Die Übergabe aus der Verantwortung der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) in kommunale Trägerschaft ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums abgeschlossen. «Die Impfzentren bleiben in dieser Phase noch wichtig, um in kurzer Zeit viele Menschen gegen Corona impfen zu können. Gleichzeitig schaffen die Kommunen immer mehr niedrigschwellige Impfangebote vor Ort», sagte Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden in Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde (Barnim), Falkensee (Havelland), Frankfurt (Oder), Kyritz (Ostprignitz-Ruppin), Luckenwalde (Teltow-Fläming), Rathenow (Havelland), Perleberg (Prignitz), Potsdam, Prenzlau (Uckermark) und Schönefeld (Dahme-Spreewald) die Impfzentren weitergeführt. Die Einrichtungen in Oranienburg und Elsterwerda (Elbe-Elster) werden dagegen nicht weiter betrieben.

Die Landesregierung hatte am Freitag eine Werbekampagne für die Corona-Impfung und gegen die zunehmende Impfmüdigkeit gestartet. Mit Slogans wie «Verwandte statt Mutante» oder «Grillfest statt Schnelltest» auf Plakaten soll die Werbung unter anderem in Apotheken, Rathäusern, Betrieben, Friseur-Salons und Gaststätten hängen. Auf dem Impfportal www.brandenburg-impft.de können die Plakate heruntergeladen werden.

Inzwischen gelten seit Sonntag für Rückkehrer aus dem Sommerurlaub im Ausland strengere Testpflichten zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung. Die Bundespolizei kontrolliert nach eigenen Angaben «stichprobenartig». Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) befürwortet diese Maßnahme der Bundesregierung. «Im vergangenen Sommer gab es keine Testpflicht, wofür wir im Herbst die bittere Quittung bekommen haben. Das darf uns diesmal nicht passieren», sagte der Regierungschef in einem Interview mit der «Märkischen Oderzeitung» und der «Lausitzer Rundschau» (Samstag). Die Testpflicht sei nötig, um die Infektionsketten möglichst schnell zu erkennen und zu durchbrechen. Seiner Ansicht nach hätte diese «Botschaft» aber früher kommen müssen, denn das habe Auswirkungen auf Reisepläne.

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus hat unterdessen in Brandenburg weiter zugenommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Sonntag auf 8,6 - nach 7,5 am Vortag. Am Montag hatten sich rechnerisch noch 5,2 von 100 000 Menschen im Land binnen einer Woche infiziert, wie das Gesundheitsministerium weiter mitteilte. Brandenburg liegt damit immer noch unter dem bundesweiten Durchschnitt von 17,5.

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