Union-Ziel bleibt bescheiden: Klassenerhalt

25.07.2021 Der 1. FC Union holt sich den letzten Schliff in Österreich. Der Überraschungsclub der Vorsaison hält sich mit größeren Zielen für die neue Spielzeit zurück. Trotz des Abenteuers Europa bleibt für Trainer Fischer und Chef Zingler die Bundesliga die Hauptaufgabe.

Dirk Zingler, Präsident des Fußball Bundesligisten 1. FC Union Berlin, spricht. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 1. FC Union bleibt auch nach der äußerst erfolgreichen Vorsaison bescheiden. Die Profis des Berliner Fußball-Bundesligisten bekamen am Sonntag im österreichischen Trainingscamp frei. Trainer Urs Fischer und Präsident Dirk Zingler verkündete die Ziele für die kommende Saison und blickten nur noch kurz zurück.

«Auf den siebten Platz dürfen wir auch stolz sein. Aber es ist vorbei. Und ich glaube nicht, dass du nach zwei Spielzeiten in der Bundesliga davon ausgehen solltest, es müsste nun der sechste oder fünfte Platz sein», erklärte Fischer in der «Berliner Morgenpost» (Sonntag). «Dann hätten wir wirklich den Boden unter den Füßen verloren.»

Für eine erfolgreiche neue Spielzeit definierte der Schweizer für die Eisernen klare Kriterien. «Klassenerhalt, im Pokal so weit wie möglich zu kommen und in der Conference League das Play-off zu überstehen, um sich für die Gruppenphase zu qualifizieren.» Priorität aber habe ganz klar «die Meisterschaft», betonte Fischer: «Wenn wir am Schluss Fünfzehnter sind, haben wir vieles richtig gemacht.»

Zingler verwies auf die finanziellen Grundlagen, die für Union auch Transfers wie den von Angreifer Taiwo Awoniyi (FC Liverpool) und Verteidiger Tymoteusz Puchacz (Lech Poznan) möglich gemacht haben, obwohl auch Union von der Corona-Pandemie betroffen ist. «In den letzten Jahren haben wir unseren Umsatz und die wirtschaftliche Kraft des Vereins stetig gesteigert. Wir waren schon immer mutig, haben immer investiert», sagte Vereinschef Zingler: «Am Ende wird es darauf ankommen, dass man mutig voranschreitet. Wenn andere verkaufen müssen, müssen wir in der Lage sein zu kaufen.»

Die Herausforderung ist auch in dieser Saison groß. «Die Aufsteiger Fürth und Bochum können so überraschen, wie wir es im ersten Jahr getan haben. Und auf einmal sind andere Mannschaften in der Situation, wo es unangenehm wird. Das kann auch Union passieren», warnte Fischer: «Wir tun gut daran, diesen außergewöhnlichen siebten Platz nicht als Ausgangspunkt zu nehmen. Das wäre sehr gefährlich.»

Union holte zwölf neue Spieler und gab zwölf Akteure ab. «Wir müssen wieder ein Team hinbekommen, das sich zerreißt auf dem Feld. Man hat in der vergangenen Spielzeit gesehen, was es heißt, wenn eine Mannschaft funktioniert», betonte Fischer. «Wir dürfen nicht von unserem Weg abkommen. Das heißt auch, immer noch mit bescheidenen Mitteln erfolgreich zu sein. Wir haben als Verein eine gewisse Entwicklung vollzogen, und da gilt es dranzubleiben.»

Nach einem 1:1-Test gegen Dynamo Kiew und einem 2:0-Sieg gegen den französischen Erstligisten OGC Nizza genossen Kapitän Christopher Trimmel und dass Team im Trainingscamp den Ruhetag. Die meisten Spieler gingen über 90 Minuten. Gegen Nizza waren der vom FC Augsburg verpflichtete Mittelfeldmann Rani Khedira (15.) und Robin Knoche (53.) erfolgreich.

«Es geht um Vorbereitung und Automatismen, damit sich die Jungs kennenlernen», sagte Fischer. Bis auf den noch im Urlaub befindlichen Torwart Frederik Rönnow und den zwischenzeitlich erkrankten Verteidiger Tymoteusz Puchacz konnten alle anderen Zugänge mitwirken.

Wegen Verletzungen oder Trainingsrückstand konnten Stürmer Anthony Ujah sowie die Mittelfeldspieler Sebastian Griesbeck und Grischa Prömel nicht mitwirken. Sie trainieren aber in Oberlängenfeld, während Angreifer Leon Dajaku nach seiner Blinddarm-OP in Österreich nicht vor Ort war. Angreifer Sheraldo Becker stieß nach seiner Teilnahme beim Gold-Cup am Samstag zum Team. Max Kruse und Cedric Teuchert sind noch bei den Olympischen Spielen beschäftigt.

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