Grünen-Landeschefin: Baerbock ist richtige Kanzlerkandidatin

09.07.2021 Plagiatsvorwürfe belasten die Kanzlerkandidatur von Grünen-Chefin Baerbock. Ihr Brandenburger Landesverband stellt sich dennoch voll hinter die Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl. Im Potsdamer Wahlkreis 61 trifft diese direkt auf SPD-Schwergewicht Olaf Scholz.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Brandenburger Landesvorsitzende der Bündnisgrünen, Julia Schmidt, hat sich nach den Plagiatsvorwürfen gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erneut hinter sie gestellt. «Annalena Baerbock steht wie keine andere für Aufbruch und Veränderung in der Gesellschaft», sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es um eine bessere Ausstattung der Kitas und Schulen, eine Stärkung der Familien, eine Grundsicherung für Kinder und eine Verkehrswende mit Stärkung des Radverkehrs und der öffentlichen Verkehrsmittel.

Dieses grüne Konzept wolle ihre Partei mit Baerbock durchsetzen, betonte Schmidt. «Annalena Baerbock wurde vor gut drei Wochen auf dem Parteitag mit über 98 Prozent der Stimmen zur Kanzlerkandidatin gewählt - und das steht nicht in Frage, die Partei steht voll hinter ihr und Annalena ist genau die Richtige.»

Baerbock tritt im Wahlkreis 61 für Potsdam und Umgebung als Direktkandidatin unter anderem gegen den SPD-Kanzlerkandidaten, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, an. In dem Wahlkreis bewirbt sich außerdem die ehemalige FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg um ein Mandat.

Der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber wirft Baerbock vor, in ihrem Buch «Jetzt. Wie wir unser Land erneuern» abgeschrieben zu haben. In einem Blogbeitrag legt Weber der Grünen-Politikerin zur Last, einige Formulierungen aus dem Buch stammten nicht von ihr.

Unterdessen hat der Ullstein-Verlag entschieden, dass das Buch bei einer Neuauflage mit Quellengaben ergänzt werden soll. Verlagssprecherin Christine Heinrich bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung.

«In Absprache mit der Autorin werden wir in einer möglichen nächsten Auflage sowie zum nächstmöglichen Zeitpunkt im E-Book zusätzliche Quellenangaben im Buch ergänzen», teilte Heinrich mit. Dies entspreche grundsätzlich den Standards bei Nachauflagen und erfolge aus Gründen der Transparenz «auch unabhängig von der rechtlich zulässigen Übernahme von Passagen aus Public Domains».

© dpa-infocom GmbH

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