Polizei räumt erneut Partys in Parks: GdP fordert Konzepte

28.06.2021 Niedrige Corona-Zahlen und warme Sommernächte - das Nachtleben kehrt langsam zurück. Ausufernde Feiern in den Berliner Parks werden für die Stadt zum Problem - es geht um Lärm, Gewalt und Müll.

Flaschen liegen im Volkspark Hasenheide auf dem Boden. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am Wochenende ist die Berliner Polizei wieder in den Parks der Stadt im Einsatz gewesen - mit Blick auf die ausufernden Partys dort hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) alternative Angebote für Jugendliche angemahnt. «Klar ist, dass die Bezirke hier in der Pflicht sind», sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Man habe es leider im vergangenen Jahr versäumt, Konzepte zu entwickeln und es auch dieses Jahr nicht geschafft. Laut Jendro kommen Zugangskontrollen, Zäune und Security ab einer bestimmten Uhrzeit in Frage.

Nach wie vor rückt die Polizei wegen der Corona-Pandemie bei großen Partys aus. In der Nacht zum Sonntag hatten Tausende in der Hasenheide in Berlin-Neukölln gefeiert. Die Polizei räumte weite Teile des Parks.

Ähnliches spielte sich im kleinen James-Simon-Park gegenüber der Museumsinsel ab. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber forderte am Wochenende bei Twitter, dieser Park sollte dauerhaft eingezäunt werden, ab 22.00 Uhr sollte man nicht mehr hereinkommen. Das spare große Polizeieinsätze, die Grünanlage könne sich erholen. Flutlichtmasten sollen laut Schreiber bei Menschen helfen, die nicht gehen wollen. Er empfahl, das Ganze als Pilotprojekt zu probieren.

Angesichts niedriger Corona-Zahlen und warmer Sommernächte hat das Nachtleben in Berlin weiter Fahrt aufgenommen. Manche weichen auf das Umland aus: In Grünheide südöstlich von Berlin löste die Polizei in den vergangenen Tagen zwei illegale Waldpartys auf.

Ein Problem, das mit den Feiern einhergeht, ist der Müll am Morgen danach. In einem offenen Brief forderte die Initiative «Wir Berlin» am Freitag Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie die zwölf Bezirksbürgermeistern auf, das wachsende Problem der Vermüllung entschieden anzugehen und einen Aktionsplan zu erarbeiten.

Ein Punkt dieses Aktionsplans sind auch die «wilden» Partys in den Parks. Die Initiative forderte, diese auf geeignete Freiflächen zu lenken, um eine Vermüllung zu vermeiden. «Ohne Kontrolle, ohne Verantwortung bleibt dabei der Müll in Massen liegen», hieß es in dem Brief. Weitere Punkte des Plans sind Schilder und Leitsysteme in Parks, um die Berliner darüber zu informieren, wie mit Müll im öffentlichen Raum umzugehen ist. Und darüber hinaus seien auch mehr und größere Mülleimer und mehr Personal für Ordnungsämter nötig, um unzulässige Abfallentsorgung konsequent zu ahnden.

Auf die Frage, was sich nach dem Brandbrief in Neukölln konkret verändert, sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) am Montagmorgen dem Sender radioeins, dass die Bezirke schon selbst viel mit Aktionen zusammenarbeiteten. Es gebe wesentlich mehr Initiativen im Quartier, die Verantwortung für ihren Bezirk übernehmen und auch sagten, der öffentliche Raum sei für alle da. «Und das heißt auch: Jeder trägt dafür Verantwortung. Ich glaube, das ist schon mal ein erster wichtiger Schritt», sagte Hikel weiter.

Das Zweite sei, dass die Pflege von Parks eine höhere Bedeutung haben müsse. «Denn ich glaube, nur ein gut gepflegter Park wird entsprechend dann auch wertgeschätzt», sagte Hikel weiter. Er forderte, dass die Mittel, die der Senat für die Grünunterhaltung in den vergangenen beiden Jahren zur Verfügung gestellt hatte, auch in den nächsten beiden Jahren bereit stehen müssten, auch mit dem neuen Haushalt dürften sie nicht wegfallen.

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