Buchenwald Grumsin zehn Jahre Weltnaturerbe: Besser schützen

24.06.2021 Manche nennen ihn den Urwaldpfad - eine Wanderung durch den Grumsin im Norden Brandenburgs ist immer wieder spannend. Der Buchenwald feiert ein Jubiläum. Die Naturschützer wollen noch aufmerksamer sein.

Buchenwald Grumsin. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der idyllische Buchenwald Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist längst kein Geheimtipp mehr, aber immer wieder empfehlenswert. Seit zehn Jahren gehört er mit vier anderen deutschen Buchenwäldern zum Weltnaturerbe. Besucher können auf markierten Wanderwegen durch einen Teil des Waldes spazieren. Doch die Naturwacht macht sich zusehends Sorgen, weil Wanderer Angebote von Apps wie «Outdooractive» oder «Komoot» nutzen und dort gesperrte Gebiete nicht ausgewiesen sind.

«Problematisch ist, dass die Touren von den Nutzern selbst erstellt werden können und keine Qualitätskontrolle dahingehend erfolgt, ob die Wege durch nicht betretbare Schutzzonen führen», sagte Naturwacht-Sprecher Johannes Müller der Deutschen Presse-Agentur. Er empfahl deshalb unter anderem geführte Wanderungen mit den zwei Rangern vor Ort. Sie werden über eine Strecke von etwa 7 Kilometer bis rund 21 Kilometer angeboten.

Naturschützer arbeiteten bereits daran, der Tendenz des schnellen Informationsflusses durch Apps entgegenzuwirken, berichtete Müller. Den Besuchern von Schutzgebieten müsse ausreichend klar gemacht werden: Hier gelten bestimmte Anforderungen ans Verhalten. Bei der Ausschilderung und den erklärenden Informationen wolle die Naturwacht Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt noch genauer und besser werden, sagte Müller. Ein Schild mit einer Naturschutzeule sei häufig nicht ausreichend. Zudem müsse klarer gemacht werden, warum etwa Hunde angeleint bleiben sollten.

Der Grumsin gehört zu einer Naturschutzfläche im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, die als der weltweit größte noch zusammenhängende Tieflandbuchenwald gilt. Er wird seit über 20 Jahren nicht mehr genutzt. Neben dem Grumsin stehen vier weitere alte Buchenwälder in Deutschland auf der Unesco-Weltnaturerbe-Liste, darunter der Nationalpark Hainich in Thüringen und der Nationalpark Jasmund in Mecklenburg-Vorpommern.

Buchenwälder in Europa sind nach Angaben des Umweltministeriums in den letzten Jahrhunderten durch den Menschen stark dezimiert und beeinträchtigt worden. Alte, naturnahe und damit besonders artenreiche Buchenwälder gibt es heutzutage nur noch sehr selten. Tiefland-Buchenwälder, wie der Buchenwald Grumsin, sind heute fast nur noch in Deutschland zu finden.

Die zum zehnten Jahrestag vorgesehene Festveranstaltung wurde auf den 16. September verschoben. Dennoch soll das Jubiläum am 25. Juni in Altkünkendorf (Uckermark) nahe dem Buchenwald im kleinen Rahmen begangen werden. Umweltstaatssekretärin Silvia Bender will bei der Veranstaltung eine Förderung des Landes aus Lottomitteln an die Stadt Angermünde übergeben. Mit diesem Geld sollen unter anderem eine Videodokumentation zum Jubiläumsjahr, geführte Wanderungen, ein Fotoworkshop und ein Fotowettbewerb unterstützt werden.

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