BBL-Finale: Alba gegen Bayern, «absolut brutal»

08.06.2021 Nach einer bereits kräftezehrenden Saison spielt Alba gegen die Bayern um die Meisterschaft. Die Energiefrage wird entscheidend sein. Die zugelassenen Zuschauer könnten aber auch zu einem Faktor werden.

Ein Basketball fällt durch das Netz vom Basketballkorb. Foto: Lukas Schulze/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Für Alba Berlin wird das Finale um die deutsche Meisterschaft noch einmal zur großen Kraftanstrengung. Nach einer XXL-Saison mit fast 80 Spielen müssen die Hauptstädter in einer Best-of-Five-Serie gegen den Dauerrivalen FC Bayern München noch einmal alles geben. «Es wird einfach darum gehen, was noch drin ist und wer noch was aus sich rausquetschen kann», sagte Manager Marco Baldi.

Auftakt zum Showdown in der Basketball-Bundesliga ist am Mittwoch in Berlin (20.30 Uhr/Magentasport und Sport1). Die zweite Partie folgt nur einen Tag später - gleicher Ort, gleiche Halle. «Für die Spieler ist das gerade absolut brutal. Am Ende der Saison ist das schon oft so, dass die Energie fehlt, aber dieses Jahr ist das ja noch krasser», sagte Kapitän Niels Giffey.

Bis zu fünf Spiele in nur sieben Tagen könnten es werden. «Und dann sitzt du an dem einzigen spielfreien Tag stundenlang im Zug. Mehr geht irgendwie nicht», ergänzte Giffey. «Sich darüber möglicherweise aufzuregen, das nimmt nur noch mehr Energie», sagte der 29-Jährige.

Mit kürzeren Serien in den Playoffs hätte der enge Zeitplan vielleicht entzerrt werden können, doch die Verantwortlichen der Basketball-Bundesliga entschieden sich für diesen Modus. «Vielleicht hätte man das so machen können. Aber viele sagen, Best-of-Three ist total ungerecht. Da ist ein blödes Spiel dabei und dann kann alles anders sein», sagte Baldi.

Spielerische Elemente werden in der Finalserie wohl eher in den Hintergrund treten. Vor allem für die Berliner, die mit ihrer schnellen Spielart besonders auf Energie und Intensität angewiesen sind, ist das ein Nachteil. «Es ist ein wenig schade, dass es sich so auf die Energiefrage verkürzt», sagte deshalb der Alba-Manager.

Zum Kraftspender könnten aber die Fans werden. «Du bekommst von ihnen ganz viel Energie und das Spiel läuft für einen selbst viel natürlicher, wenn du ein Feedback bekommst und nicht einfach nur vor dich hinspielst», meinte Giffey. Alba darf zuerst vor 1450 Zuschauern spielen, im zweiten Match vor 2000. Auch in München dürfen 1000 Fans in der Halle sein. «Einfach zu sehen, dass jetzt Normalität zurückkommt, ist schon toll», sagte Giffey.

Trotz der widrigen Umstände freut sich Alba auf die Finalserie. «Natürlich wollen wir jetzt versuchen, alles zu mobilisieren, da noch einen Titel rauszuholen», kündigte Baldi an. Die letzten vier Finalduelle gegen die Bayern hat Alba zudem allesamt verloren. Zuletzt Mitte Mai mit 79:85 im Pokalfinale. «Das wäre schon sehr geil, wenn man einen Titel im direkten Vergleich holen könnte», sagte Giffey.

Allerdings wissen die Berliner noch nicht, mit welchem Personal sie antreten können. Für Louis Olinde und Jonas Mattisseck ist die Saison bereits beendet. «Dieser kleine Vorteil, den wir vielleicht hatten, dass wir auf den deutschen Positionen etwas tiefer besetzt sind, haben wir jetzt eigentlich nicht mehr», meinte Baldi.

Zudem ist ein Einsatz der Schlüsselspieler Luke Sikma und Johannes Thiemann weiter offen. «Da muss das immer auf Tagesbasis entschieden werden», sagte Baldi. Beide fehlen verletzt seit dem Pokalfinale. «Man kann nicht einfach sagen, dass stecken wir einfach weg», fügte Giffey hinzu. Weitere Spieler sind angeschlagen. «Es war eine harte Saison und eine anstrengende Serie, die kurz getaktet war. Jeder hat jetzt irgendwas. Das ist bei den Bayern nicht anders», ergänzte der Alba-Manager.

Schon der Finaleinzug ist für Alba ein großer Erfolg. «Wir sind jetzt im achten Finale in Folge, national gesehen. Das bedeutet uns wirklich viel, weil es eine Kontinuität auf allerhöchstem Niveau ist. Wenn man praktisch in jeder Saison immer bis zum allerletzten Spiel dabei ist, ist das schon Auszeichnung», sagte Baldi. Für die Berliner könnte die zehnte Meisterschaft folgen.

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