Frau in Cottbus brutal getötet: 13 Jahre Haft für Ehemann

07.06.2021 Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 28-Jährigen in Cottbus ist ihr Ehemann wegen Totschlags zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. In der Urteilsbegründung habe der Richter unter anderem ausgeführt, dass die Kinder einen Teil der Tat mit ansehen mussten, wie eine Sprecherin des Landgerichts am Montag weiter mitteilte. Das Gericht blieb damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die 14 Jahre wegen Totschlags gefordert hatte. Zuvor hatten der rbb und die «Lausitzer Rundschau» berichtet.

Eine goldfarbene Justitia-Figur. Foto: Britta Pedersen/ZB/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Nebenklage hatte lebenslange Haft wegen Mordes für den 32-Jährigen gefordert. Die Verteidigung hatte wegen Totschlags in einem minderschweren Fall auf fünf Jahre Gefängnis plädiert, weil der Angeklagte zu der Tat durch eine schwere Beleidigung gereizt worden sei. Sie hat inzwischen Revision eingelegt, wie das Landgericht am Montag weiter mitteilte.

Zum Prozessauftakt im vergangenen November hatte der 32-jährige Afghane in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung eingeräumt, im Mai nach einem Streit mehrfach mit einem Messer auf seine Ehefrau eingestochen zu haben. Seine Ehefrau habe ihn gekränkt und beleidigt, hieß es in der Erklärung. Der Mann soll laut Anklage über die von der Frau gewollte Trennung und aus Missbilligung ihres Kleidungsstils verärgert gewesen sein.

Die schwer verletzte Frau war demnach aus einem Fenster der gemeinsamen Wohnung im zweiten Obergeschoss geflüchtet und auf ein Vordach gesprungen. Dorthin sei ihr der 32-Jährige gefolgt und habe weiter auf die 28-Jährige eingestochen, hieß es in der Anklage. Dann habe er die 28-Jährige auf die Eingangstreppe des Hauses geworfen und ihren Kopf mehrfach auf die Stufen geschlagen. Die Frau starb noch am Tatort.

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