Berlin muss auf geplanten «Rio Reiser Platz» warten

03.06.2021 Nach einem Einspruch aus der Bevölkerung muss Berlin auf den geplanten «Rio Reiser Platz» im Szene-Kiez Kreuzberg warten. Der Einspruch sei eingehend rechtlich geprüft worden und habe aufschiebende Wirkung für die Umbenennung, hieß es am Donnerstag beim zuständigen Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Zuvor hatte RBB-Inforadio berichtet.

Der Sänger und Komponist Rio Reiser. Foto: Erwin Elsner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Musiker Reiser (1950-1996, «König von Deutschland») wäre in diesem Jahr 70 geworden. Bekannt wurde er zuvor auch mit der Politrockgruppe Ton Steine Scherben («Macht kaputt, was euch kaputt macht»).

«Rio Reiser und Ton Steine Scherben haben Rockgeschichte und die Geschichte Kreuzbergs geprägt», hatte das Bezirksamt die Umbenennung des bisherigen Heinrichplatzes begründet. An den Musiker zu
erinnern, sei im Sinne der Diversität. «Schwulsein war für ihn in den
70ern selbstverständlich, während es damals in weiten Teilen der
Gesellschaft und auch in der linken Szene noch lange nicht als gängig
galt.»

Der Heinrichplatz liegt an der Oranienstraße im Herzen des entsprechend einem früheren Postzustellbezirk «SO36» genannten Stadtteils, einer bis heute alternativ geprägten Ecke von Berlin. Der «Rio Reiser Platz» soll durch ein Gedenkzeichen ergänzt werden. Die Umbenennung war im April per Amtsblatt angekündigt worden. Zu einer Veranstaltung war laut Bezirksamt bisher nicht eingeladen worden. Allerdings war im Rahmen des Scherben-Festivals «Wenn die Nacht am tiefsten» (vom 7. Juni an) für den 12. Juni eine Feier auf dem Platz vorgesehen. Die Organisatoren konnten am Donnerstag zunächst nicht sagen, ob es noch eine Veranstaltung geben werde.

© dpa-infocom GmbH

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