Innenminister: Impfkampagne ist deutlich beschleunigt worden

02.06.2021 150 000 Impfungen pro Woche: Mit dieser Zahl sollen alle Menschen in Brandenburg ein Impfangebot noch bis Ende des Sommers erhalten. Ist das machbar?

Michael Stübgen (CDU), Minister des Innern und für Kommunales. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Brandenburg muss sich bei den Impfungen weiter ran halten, um sein Impfziel von 150 000 Impfungen pro Woche zu erreichen. Nur so können wie versprochen bis Ende des Sommers alle Brandenburgerinnen und Brandenburger ein Impfangebot erhalten. Aus Sicht von Innenminister Michael Stübgen (CDU) hat die Brandenburger Impf-Kampagne für Bürgerinnen und Bürger gegen das Coronavirus im Mai deutlich Fahrt aufgenommen. «Die Zahl der Impfungen ist von rund 250 000 im März und 400 000 im April auf 600 000 im Mai gestiegen», erklärte Stübgen am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags.

Das Ziel seien nach wie vor 150 000 Impfungen pro Woche, damit sich bis Ende des Sommers alle Bürger impfen lassen könnten. «Diese Zahl werden wir voraussichtlich in dieser Woche erreichen», erklärte der Innenminister. In der vergangenen Woche seien bereits 143 000 Impfungen erfolgt.

Dies sei möglich, weil die Lieferungen des Impfstoffs inzwischen verlässlicher geworden seien, sagte Stübgen. Allerdings habe Brandenburg bislang die geringsten Lieferungen von allen Bundesländern erhalten. Nach der Statistik habe das Land bis Ende Mai rechnerisch 63,8 Impfdosen pro 100 Einwohner bekommen, Spitzenreiter Saarland dagegen 75,0.

Man müsse da «sowas von Rabatz machen, dass das aufgeholt wird», kritisierte Linke-Landtagsabgeordneten Andrea Johlige. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Peter Noack, sagte, man habe pro Einwohner einfach weniger Impfstoff bekommen und «das ist bedauerlich». Innenminister Stübgen sagte, dies werde Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch auf der Konferenz der Ost-Ministerpräsidenten ansprechen.

Und wie sieht es in den Gemeinschaftsunterkünften im Land aus? Nach Angaben des Innenministeriums konnten in 51 Flüchtlingsheimen im Land Bewohnerinnen und Bewohner bereits geimpft werden, mehr als 20 Unterkünfte stünden noch aus. Bei den Obdachloseneinrichtungen seien es fünf, in neun Unterkünften seien bereits Termine gesetzt worden. Offen blieb, wie es in Brandenburgs Frauenhäusern aussieht. Wegen der strengen Datenschutzvorkehrungen zum Schutz der Bewohnerinnen könne das Ministerium keine Zahlen nennen. Entsprechende Impfdosen seien aber zur Verfügung gestellt worden.

Ab kommender Woche sollen auch die Betriebsärzte mit Impfstoff versorgt werden. 102 Impfdosen pro Woche sollen sie dann erhalten, wie Stübgen sagte. Wie viele Betriebsärzte es in Brandenburg gibt, blieb offen. Unklar war auch, ob größere Unternehmen mit mehr Beschäftigten möglicherweise mehr Vakzine als kleinere erhalten sollen. Da in Brandenburg auch niedergelassene Ärzte in kleineren Betrieben impften, könnten auch diese die weiteren Impfstoffdosen beziehen.

Die Impfzentren im Land fahren unter Volllast, wie Stübgen sagte. Doch die Zukunft der Zentren ist unsicher. Die Einrichtungen sollten eigentlich künftig von den Landkreisen weiterbetrieben werden; derzeit kümmert sich noch die Kassenärztliche Vereinigung darum. Bis zum 31. Mai sollten die Landkreise sich melden, ob sie die Zentren übernehmen wollen und ab wann. Doch bislang haben sich nach dpa-Informationen nur wenige gemeldet. So soll das Potsdamer Zentrum in der Metropolishalle bislang nicht übernommen werden. Der Kreis Ostprignitz-Ruppin kündigte an, das Zentrum in Kyritz einschließlich Impfbus ab Mitte Juni zu übernehmen.

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