Rekordsieger Babelsberg auf «Traditionsverein»

30.05.2021 Der BFC Dynamo und Babelsberg 03 können sich auf lukrative Gegner in der ersten DFB-Pokalrunde freuen. Während der BFC-Coach keine Vorlieben hat, hofft 03-Torschütze Dombrowa auf das große Los.

Nader El-Jindaoui (l) von Berliner AK 07 kämpft gegen Dynamos Michael Blum um den Ball. Foto: Andreas Gora/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz fehlender Zuschauer konnten die Landespokalsieger in Berlin und Brandenburg bei der Siegerehrung einen Hauch von großer Zeremonie verspüren. Während der BFC Dynamo nach dem 2:1-Erfolg über den BAK auf einer kleinen Tribüne im Mommsenstadion nach dem Hochstemmen des Pokals mit Goldlametta übersäht wurde, lief für den nunmehr alleinigen brandenburgischen Rekordpokalsieger SV Babelsberg 03 die allseits bekannte Hymne «We are the Champions» der britischen Rockband Queen.

BFC-Trainer Christian Benbennek blendete die feierlichen Momente zum siebten Landespokalerfolg aus und wies auf die Umstände hin. «Es ist ein Sieg für die Mannschaft, die schwere Zeiten hinter sich hat und ganz stark zusammengehalten hat», sagte der 48-Jährige dem «rbb». Und auch in der ersten Halbzeit tat sich die Mannschaft, die im Halbfinale den hohen Favoriten und Aufsteiger in die 3. Liga, Viktoria 89, mit 3:0 besiegt hatte, sehr schwer.

Kapitän Andreas Pollasch brachte mit einem Kopfball nach einem Freistoß von Marvin Kleihs seine Farben drei Minuten nach Wiederanpfiff in Front. «Das war fast identisch wie gegen Viktoria», sagte der 28-Jährige, der auch schon gegen Viktoria auf diese Art die Führung erzielt hatte, «ich bin froh, dass ich den Dosenöffner wieder machen konnte.» Denn noch zu Wochenbeginn sah es nicht danach aus, nachdem der Kapitän sich gegen Viktoria einen Bluterguss in der Wade zugezogen hatte. «Sonntag, Montag dachte ich, ich kann nicht spielen. Das Ärzteteam hat gute Arbeit geleistet. Am Freitag habe ich dann angetestet, alles probiert und das Okay gegeben. Von Freitag auf Samstag ist es nochmal besser geworden und ich bin froh, dass ich dabei sein konnte.»

Pollasch freut sich auch auf den Auftritt in der ersten DFB-Pokalrunde nach den Sommerferien. Seinem Trainer ist der Gegner dabei egal. «Hauptsache wir haben tolles DFB-Pokalspiel vor uns, an dem hoffentlich wieder Fans dabei sein können», sagte Benbennek.

Dagegen war BAK-Trainer André Meyer «brutal enttäuscht». Der 36-Jährige hatte ein gutes Spiel seiner Mannschaft gesehen, die kurz vor der Pause nach dem Platzverweis gegen Ugur Tezel in Unterzahl agierten. «Das ist nah dran, wie wir uns das vorstellen und das mit einem Mann weniger. Selbst nach dem 0:2 haben wir nicht aufgegeben», sagte Meyer über den zweiten Gegentreffer durch Matthias Steinborn (88.). Nader Jiandaoui gelang per Elfmeter in der Nachspielzeit noch der Anschlusstreffer, der Ausgleich wollte aber nicht mehr fallen.

In Luckenwalde konnte Babelsberg nach der Vorjahresniederlage mit einer geglückten 2:0-Revanche über den FSV Union Fürstenwalde den im verpassten alleinigen Gipfel als Rekordpokalsieger in Brandenburg erklimmen. «Letztes Jahr haben wir unglücklich verloren, jetzt hochverdient Revanche gewonnen. Rekordpokalsieger, das vergisst man nie», sagte Babelsberg-Trainer Predrag Uzelac zum zehnten Landespokalsieg, den Tobias Dombrowa (33.) und Torjäger Daniel Frahn (78.) sicherstellten und den Abschied von Kapitän Philip Saalbach vergoldeten. «Wir haben innerhalb der Mannschaft alles getan, dass wir Pokalsieger werden», sagte ein emotional ergriffener Dombrowa, der nun in der ersten DFB-Pokalrunde auf einen «Traditionsverein aus der Bundesliga» hofft: «Bayern München oder Borussia Dortmund, es ist aber egal. Es ist eine einmalige Aktion und ich hoffe, dass ich das Spiel genießen kann.»

Ohne Genuss verabschiedete sich dagegen Fürstenwaldes Trainer Matthias Maucksch. «Es tut mir leid fürs Team, für die Stadt für das Umfeld», sagte der ehemalige Bundesliga-Profi von Dynamo Dresden und dem 1. FC Nürnberg, «wir wollten das Spiel giftiger angehen. Im Endeffekt trotzdem Glückwunsch an meine Junges, aber Babelsberg war besser.» Wohin es den 51-Jährigen zieht, ist offen: «Ich werde mit der Familie ein, zwei Wochen ausspannen und dann hoffe ich, dass ein Angebot reinflattert.»

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

FC Bayern München: Probleme mit der Lunge: Kimmich nach Corona erst 2022 zurück

Internet news & surftipps

Auto: Mercedes-Benz: Automatisiertes Fahren in Luxuslimousine

Internet news & surftipps

App Store: Apple erreicht Aufschub bei Lockerung der App-Store-Regeln

Job & geld

Was steht drin: Personalakte darf jederzeit eingesehen werden

Das beste netz deutschlands

Bundesnetzagentur über Ausbau: Mehr als die Hälfte Deutschlands mit 5G-Netz versorgt

Auto news

Von zwei auf drei Jahre: ADAC: Längere Probezeit für Fahranfänger

Musik news

Rapper: «1LIVE Krone»: Marteria als «Bester Künstler» ausgezeichnet

People news

Musiker: Ed Sheeran über seine Tochter: «Hat mir einen Sinn gegeben»

Empfehlungen der Redaktion

Regional berlin & brandenburg

Pokalfinale in Brandenburg und Berlin

Dfb pokal

Finaltag der Amateure: Clubs bejubeln Landespokalsiege - und Einzug in DFB-Pokal

Regional berlin & brandenburg

Pokalüberraschungen: Verlierer Viktoria vor Drittliga-Lösung

Regional berlin & brandenburg

Berliner Landespokal: Titelverteidiger BFC Dynamo scheitert

Regional berlin & brandenburg

Babelsberg empfängt Fürth - Stuttgart als Dynamo-Option

Regional berlin & brandenburg

BFC Dynamo muss im Landespokal auf Gegner warten

Dfb pokal

DFB-Pokal: Bayern in der ersten Runde bei Oberligist Bremer SV

1. bundesliga

Bundesliga: Bredlow im Unklaren über Torwart-Hierarchie in Stuttgart