17-Jährige vergewaltigt: Fünf Angeklagte schweigen

11.05.2021 Sie sollen eine Jugendliche nach einer Party in einem Hotelzimmer gemeinschaftlich vergewaltigt haben: Gegen fünf junge Männer hat am Dienstag am Berliner Landgericht der Prozess begonnen. Die damals 17-Jährige habe geschlafen und sei wegen vorherigen Alkoholkonsums nicht ansprechbar gewesen, heißt es in der Anklage. Die 20- und 21-jährigen Angeklagten hätten sich spontan zu der Tat entschlossen. Die jungen Männer schwiegen zunächst zu den Vorwürfen.

Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ende Oktober 2019 sollen die Angeklagten in Berlin-Mitte mit weiteren Bekannten in einem Hotelzimmer gefeiert haben. Zuvor waren den Angaben zufolge mehrere von ihnen aus Nordrhein-Westfalen angereist. Die 17-Jährige kannte die Männer bis dahin noch nicht, sie sei von einer Freundin zu der Party eingeladen worden, hieß es am Rande der Verhandlung.

Gegen 2.00 Uhr in der Nacht sei es laut Anklage zu dem Übergriff gekommen. Vier der Verdächtigen hätten die 17-Jährige nacheinander vergewaltigt. Während des gesamten Geschehens sei sie nicht in der Lage gewesen, sexuellen Handlungen zuzustimmen oder diese abzulehnen, so die Staatsanwältin. Dem fünften Angeklagten wird zur Last gelegt, die Handlungen «gebilligt und bestärkt» zu haben. Das Geschehen hätten die Angeklagten zum Teil mit ihren Handys gefilmt.

Gericht und Staatsanwältin hatten zu Beginn der Verhandlung signalisiert, dass im Falle von Geständnissen, die der jungen Frau eine Aussage im Prozess ersparen würden, die Verhängung von Bewährungsstrafen in Betracht käme. Die Anwältin der Jugendlichen sagte, für ihre Mandantin sei es «wahnsinnig wichtig, dass sie nicht aussagen muss». Die Verteidiger erklärten allerdings, ihre Mandanten würden sich derzeit nicht äußern. Der Prozess wird am 21. Mai fortgesetzt.

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