Fahrradkorso und Friedenstoast: Gedenken an Kriegsende

06.05.2021 Vor 76 Jahren kapitulierte die Deutsche Wehrmacht in Berlin. An das Ende des Zweiten Weltkriegs wird in der Hauptstadt auch im zweiten Pandemiejahr wieder auf unterschiedliche Weise erinnert.

Menschen besuchen im Mai 2020 das Sowjetische Ehrenmal in Treptow. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Berlin wird am kommenden Wochenende mit zahlreichen Veranstaltungen an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 76 Jahren erinnert. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) ruft für Sonntag (9. Mai) zu einem Fahrradkorso zum Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park auf. Motto der Demonstration, die um 12.00 Uhr am Ehrenmal in der Schönholzer Heide startet: «Wer nicht radelt, hat verloren!». Laut Polizei wurden 300 Teilnehmer angemeldet.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat nach Angaben der Senatskanzlei eine Einladung von der Russischen Botschaft zu den Kranzniederlegungen am Sonntag im Tiergarten und im Treptower Park erhalten. Er werde sich von seiner Staatssekretärin Sawsan Chebli (ebenfalls SPD) vertreten lassen, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Die Linke lädt am Samstag (8. Mai) ab 10.00 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung am Ehrenmal am S-Bahnhof Berlin-Buch ein. Zu einer Kundgebung werden Berlins Integrationssenatorin Elke Breitenbach und Bezirksbürgermeister Sören Benn (beide Linke) erwartet. Laut Polizei wurden 100 Teilnehmer angemeldet. Darüber hinaus finden am 8. und 9. Mai weitere kleinere Veranstaltungen statt, sagte ein Sprecher der Polizei.

Das Deutsch-Russische Museum gedenkt in diesem Jahr wieder digital. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist die Gedenkstätte in Karlshorst zurzeit geschlossen. In einem Podcast, der am 8. Mai zu hören ist, werden Memoiren und Erinnerungsberichte vom Abend der Kapitulation zu hören sein, heißt es auf der Internetseite des Museums. Auf der Internetseite soll es am Samstag zudem einen «Toast auf den Frieden» mit Videobotschaften geben.

Der russische Motorradclub «Nachtwölfe» fährt in diesem Jahr offenbar erneut nicht nach Berlin. Der Polizei lagen am Mittwoch keine Informationen zu einem möglichen Korso vor. Das letzte Mal waren die Biker im Mai 2019 in Berlin. Die Tour damals von Moskau in die deutsche Hauptstadt sollte an den Vormarsch der Roten Armee am Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern. Die Motorradfahrer gelten als Unterstützer Putins und der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim durch Russland.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 unterzeichneten Offiziere der Wehrmacht in Karlshorst die Kapitulation im Zweiten Weltkrieg. Der Krieg hatte mit dem Überfall von Hitler-Deutschland auf Polen im September 1939 begonnen. Rund sechs Millionen Juden wurden von den Nazis ermordet, insgesamt starben zwischen 55 und 60 Millionen Menschen. Der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus war in Berlin als einzigem Bundesland im Jahr 2020 einmalig ein gesetzlicher Feiertag.

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