Arztpraxen müssen 15 000 Corona-Impftermine wieder absagen

28.04.2021 Herber Rückschlag für Tausende Patienten: Brandenburger Arztpraxen müssen 15 000 Termine für Corona-Schutzimpfungen wieder absagen. Hintergrund sind Unstimmigkeiten zwischen dem Impflogistik-Stab und der Kassenärztlichen Vereinigung.

Eine Corona-Schutzimpfung wird durchgeführt. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neue Impfpanne in Brandenburg: 150 Arztpraxen haben insgesamt 15 000 Corona-Impftermine wieder absagen müssen, die sie kurz vorher mit Patienten vereinbart hatten. Das teilte der Hausärzteverband am Mittwoch mit. Die Praxen seien zuvor gebeten worden, kurzfristig Termine für 15 000 zusätzliche Dosen der Impfstoffe Biontech/Pfizer und Moderna zu organisieren - die Lieferungen seien aber am Dienstag wieder abgesagt worden.

Nach Angaben des Innenministeriums, das für den Impflogistikstab zuständig ist, soll der Fehler bei der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) gelegen haben. «Die Kassenärztliche Vereinigung hat einzelnen Hausarztpraxen kurzfristig Impfstoffkontingente zur Bestellung angeboten, die gar nicht zur Verfügung standen», erklärte Ministeriumssprecher Martin Burmeister auf Anfrage. «Die Auslieferung an die Ärzte konnte dementsprechend nicht erfolgen.»

Dagegen erklärte die KVBB, sie sei am vergangenen Donnerstag vom Impflogistikstab beauftragt worden, 20 000 zusätzliche Termine in den Impfzentren zu organisieren. Kurzfristig seien dort aber nur 5000 zusätzliche Termine möglich gewesen. Daher habe die KVBB für die weiteren 15 000 Dosen die 150 Pilotpraxen gebeten, kurzfristig Termine auszumachen und den Impflogistikstab darüber informiert, hieß es in der Mitteilung. «Dem Plan hat niemand widersprochen.»

Dagegen habe der Stab danach entschieden, 5000 Impfdosen in die Landkreise zu geben und 10 000 Impfdosen für spätere Termine in den Impfzentren zu reservieren. «Diese Entscheidung missachtet das hohe Impfengagement der Ärzte, die in ihren Praxen impfen wollen», erklärte die KVBB. «Wir stehen weiter dafür, das Impfen in die Arztpraxen zu verlagern». Denn dort könnten die Impfungen schnell umgesetzt werden, wie sich bei der Aktion der KVBB gezeigt habe.

Burmeister bestätigte, dass es 20 000 zusätzliche Impfdosen von Biontech/Pfizer und Moderna gegeben hat. Die KVBB habe damit aber nur zusätzliche Termine in den Impfzentren organisieren sollen. Da in den Zentren aber nur 5000 solcher Termine angeboten werden konnten, seien die restlichen 15 000 Dosen für andere Impfmaßnahmen außerhalb der Arztpraxen eingeplant worden.

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