Senat: Erstimpfung für Hälfte der Berliner bis Juni

26.04.2021 Die ersten Monate des Jahres brachten lange nicht so viel Impfungen wie erhofft. Aber nun soll es tatsächlich so richtig mit noch mehr Tempo losgehen. Verspricht der Senat.

Martin Matz (SPD), Staatssekretär für Gesundheit in Berlin, spricht. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Berliner Senat hofft auf deutlich schnelleres Impfen gegen das Coronavirus in den nächsten Wochen. Bis «in den Juni hinein» sollen 50 Prozent der Berliner die erste Impfung erhalten, sagte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhaus. Er sprach von einer «Aufholjagd» nach dem langsamen Beginn von Januar bis März.

Beim Impfschutz rücke das «Licht am Ende des Tunnels» immer näher, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Berlin solle bis Ende Juni insgesamt rund 3,2 Millionen Impfdosen erhalten. Davon seien bis Ende März 760 000 Dosen geliefert worden. Von April bis Juni sollen 2,4 Millionen Impfdosen an Berlin gehen. Knapp die Hälfte davon, 1,1 Millionen, erhalten die Arztpraxen für ihre Patienten. Besonders vom Impfstoff Moderna solle deutlich mehr als bisher geplant geliefert werden. Der größere Teil des Impfstoffs wird für die ersten Impfungen verwendet, der andere Teil für die zweiten Impfungen.

Bislang seien 1,9 Millionen Einladungen zu Impfungen verschickt worden, sagte Kalayci. Darunter seien wegen der verschiedenen Gruppen allerdings auch Doppelungen gewesen. Knapp 1,2 Millionen Menschen hätten das Angebot angenommen und seien bereits geimpft worden oder hätten einen Termin erhalten. Kalayci sagte, mit «deutlich über 60 Prozent ist die Annahmequote sehr hoch». Sie gehe fest davon aus, dass mit demnächst mehr Impfstoff auch die Quote «sich erhöht».

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montagvormittag wurden in Berlin bislang 22 Prozent der Bevölkerung einmal geimpft (rund 809 000 Erstimpfungen). Damit lag Berlin auf dem vorletzten Platz der Bundesländer vor Hessen. Bei den Zweitimpfungen (320 000) lag die Hauptstadt mit 8,7 Prozent auf dem zweiten Platz hinter Thüringen.

Die Prozentzahlen beziehen sich allerdings auf alle Einwohner inklusive der Jugendlichen unter 16, die vorerst nicht geimpft werden. Zudem lehnt ein Teil der Berliner Impfungen ab. Letztlich werden nicht 3,7 Millionen Berliner geimpft werden, sondern deutlich weniger als 3 Millionen.

Kalayci forderte erneut, für geimpfte Menschen noch mehr Möglichkeiten zuzulassen. Schon jetzt seien aktuelle Corona-Tests nicht nötig. Lockerungen könnte es auch für Bewohner und Besucher von Altenheimen geben.

Allerdings gebe es immer noch viel zu viele Ansteckungen, betonte Kalayci. In der vergangenen Woche seien es 5000 gewesen. Ziel seien höchstens 1300 Ansteckungen in der Woche. Derzeit gebe es sogar trotz Tests und Impfungen noch 40 infizierte Menschen in Altenheimen.

Der Senat will die teuren Impfzentren bis zum September weiter betreiben lassen, obwohl die Vertreter der Hausärzte betont hatten, die Arztpraxen könnten das komplette Impfen übernehmen. Nur einzelne Zentren könnten vorher geschlossen werden.

Staatssekretär Matz kündigte zudem an, den Vertrag für das Corona-Behandlungsraumszentrum in einer großen Messehalle erneut um mehrere Monate über den Mai hinaus bis zum Herbst zu verlängern. Ursprünglich war der Abbau ab Ende November 2020 geplant, dann ab Ende Mai 2021.

187 freie Betten auf Intensivstationen stünden derzeit noch zur Verfügung. Dazu könnten weitere 301 Betten innerhalb von 24 Stunden bereitgestellt werden. 329 Corona-Patienten würden auf Intensivstationen behandelt.

Rund 560 Corona-Teststationen gebe es inzwischen in Berlin, so die Senatorin. Die Auslastung liege bei 29 Prozent.

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