Lehrkräfte erwarten mehr Sicherheit durch Testpflicht

18.04.2021 Verpflichtende Corona-Tests an den Schulen hält der Interessenverband Berliner Schulleitungen (IBS) für richtig. Ab Montag müssen sich in Berlin alle Schülerinnen und Schüler zweimal pro Woche in der Schule testen. «Wir sehen das sehr positiv, auch bei uns im Kollegium, weil es unserer Sicherheit dient», sagte IBS-Vorsitzende Astrid-Sabine Busse der Deutschen Presse-Agentur. Zwar hätten Kinder im Infektionsfall meist nur schwache Symptome. Aber bei den Lehrkräften sei das Risiko für schwerere Krankheitsverläufe deutlich höher, sagte Busse, die selbst Leiterin einer Grundschule in Neukölln ist.

Ein Mann hält einen Corona-Schnelltest in der Hand. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Busse rechnet nicht damit, dass die Corona-Tests die Schulen vor große Schwierigkeiten stellen. «Es ist eine logistische Herausforderung, aber wir sind gut vorbereitet, die Kollegen sind alle geschult.» Die Tests, die die Schülerinnen und Schüler nutzen sollen, seien außerdem für Kinder produziert worden. «Das sind spezielle Stäbchen. Das tut überhaupt nicht weh», so Busse, in deren Grundschule der Einsatz der Tests in der vergangenen Woche bereits geprobt wurde. Auch für die Schulanfänger sei das machbar. «Ich habe mir das bewusst bei den ganz Kleinen angeguckt. Wenn man sich da Zeit lässt, dann bekommt man das hin», sagte Busse.

Für die Kinder sei es außerdem interessanter, die Tests morgens gemeinsam in der Gruppe zu machen. Und nicht zu vergessen sei der Vorteil, dass die Bescheinigung über ein negatives Testergebnis zum Beispiel auch das Einkaufen in vielen Geschäften möglich mache. Natürlich kosteten die Tests Unterrichtszeit. «Das ist nicht wegzudiskutieren», so die Schulleiterin. Mit etwas Übung gehe das aber relativ schnell. «Der eine wird es gleich super hinkriegen, und der andere braucht beim ersten Mal noch Hilfe.»

Sollte ein positiver Fall auftreten, dann werde der Schüler oder die Schülerin von den anderen separiert. «Und dann werden die Eltern informiert, die müssen das Kind abholen», sagte Busse. Falls die Eltern nicht gleich zu erreichen sein sollten, bleibe es zunächst in der Schule. «Diesen Fall muss man natürlich schon im Vorfeld mit den Kindern besprechen. Die Kinder sind verständiger, als man immer glaubt.»

Mit Blick auf die neue Corona-Testpflicht gab es von verschiedenen Seiten zum Teil deutliche Kritik. Der Kinderschutzbund Berlin kritisierte das Testkonzept als undurchdacht und bemängelte, die ohnehin kurze Unterrichtszeit werde durch die Tests in der Schule weiter verkürzt. Er forderte, die Schülerinnen und Schüler vor dem Betreten der Schule zu testen oder andernfalls in separaten Räumlichkeiten. Der Schutz der Privatsphäre und enge pädagogische Begleitung müssten gewährleistet sein. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte unterstützendes Personal für die Berliner Schulen gefordert.

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