Keine Fans bei Bundesliga-Derby: Osterstopp für Pilotprojekt

23.03.2021 Die Zeit für eine Rückkehr von Fans ist im Berliner Fußball noch nicht gekommen. Die Politik genehmigt das Pilotprojekt des 1. FC Union für Zuschauer beim Derby gegen Hertha BSC nicht. Am Ostersonntag soll aber - Stand jetzt - zumindest gespielt werden.

Ein Fußball fliegt ins Netz. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Derby ja, Fans nein! Der harte Oster-Lockdown macht auch die Pläne für eine Zuschauer-Rückkehr beim Hauptstadt-Duell zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga zunichte. «Das macht keinen Sinn, wir wollen da Stillstand haben, deswegen muss das da geschoben werden», sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Die Partie am 4. April (18.00 Uhr/Sky) im Stadion An der Alten Försterei wird daher nicht Teil des Pilotprojektes für eine Fan-Rückkehr in der Corona-Pandemie sein. Immerhin: Berichte über eine Absage des Spiels erwiesen sich als voreilig. Gespräche über eine Verlegung aller neun Bundesliga-Partien am Osterwochenende laufen aber zwischen Politik und der Deutschen Fußball Liga, wie Müller bestätigte.

In Berlin sind derweil Modelle für baldige Spiele vor Zuschauern nicht grundsätzlich vom Tisch, allerdings eben nicht über die Osterfeiertage. In der vergangenen Woche hatten mehrere Vereine das Berliner Pilotprojekt präsentiert. Am Mittwoch werden erstmals seit mehreren Monaten wieder testweise 800 Fans das Playoff-Halbfinale der BR Volleys gegen den SWD powervolleys Düren in der Max-Schmeling-Halle verfolgen können. «Bei den BR Volleys wird es Bestand haben», sagte Müller.

Geplant ist zudem noch eine Partie von Alba Berlin in der Basketball-Bundesliga oder den Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga in der Mercedes-Benz-Arena, um eine weitere große Sportspiel-Stätte in den Test einzubeziehen. Hertha BSC hatte in der Vorwoche mitgeteilt, über das Projekt ständig informiert zu sein.

Angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen und der stärker ansteckenden und gefährlicheren britischen Virusvariante sollen zu Ostern strengere Einschränkungen gelten. Bund und Länder vereinbarten am frühen Dienstagmorgen, dass das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben vom 1. bis einschließlich 5. April, also vom Gründonnerstag bis Ostermontag, weitgehend heruntergefahren werden soll. Ein Fußball-Spiel vor einigen tausend Fans hätte diese Vorgaben konterkariert.

Der 1. FC Union hatte noch vor den Beschlüssen der Politik einen Antrag auf die Zulassung von einigen tausend Besuchern mit vorheriger Corona-Testung gestellt, diesen aber nach Auskunft der Köpenicker nicht an ein bestimmtes Spiel geknüpft. Nach der Partie gegen die Hertha bestreitet Union sein nächstes Heimspiel zwei Wochen nach Ostern gegen den VfB Stuttgart. Auch dieses Spiel liegt somit noch innerhalb der am frühen Dienstagmorgen verlängerten Lockdown-Frist bis zum 18. April und dürfte somit auch kaum für das Pilotprojekt in Betracht gezogen werden.

In der Fußball-Bundesliga gilt mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung im Spätsommer und Herbst seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der vergangenen Saison im Mai 2020 ein generelles Zuschauerverbot. Am Montag hatte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) einer Fan-Rückkehr beim Spitzenspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München am Karsamstag (18.30 Uhr/Sky) eine Absage erteilt. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte hingegen am Dienstag an, Modellversuche unabhängig von der Inzidenz zu ermöglichen - und zwar schon von diesem Donnerstag an. Diese Hoffnung ist für den 1. FC Union und Hertha BSC in Berlin erstmal vom Tisch.

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