Inzidenz sinkt und Kreise öffnen: Streit um LGL-Zahlen

05.12.2021 Seit neun Tagen sinkt die Inzidenz in Bayern langsam, aber stetig. Immer mehr Landkreise, die von den verschärften Regeln für Hotspots betroffen waren, können diese wieder lockern.

Eine medizinische Mitarbeiterin hält einen Tupfer in der Hand. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Corona-Zahlen in Bayern sinken. Am Sonntag gab das Robert Koch-Institut die Inzidenz im Freistaat mit 529,6 an. Nach dem neunten Rückgang in Folge können am Montag weitere Landkreise die verschärften Hotspot-Beschränkungen wieder aufheben. Unterdessen ist allerdings eine Debatte um Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur Inzidenz bei Geimpften und Ungeimpften entbrannt.

Die RKI-Inzidenzzahlen für Bayern waren am Sonntag um 14,1 niedriger als am Samstag. Zum Höchststand am Freitag vor eine Woche ergibt sich sogar ein Minus von 122,9. Zudem liegen derzeit etwas weniger Menschen mit Corona auf Intensivstationen in Bayern. Das bundesweite Intensivregister meldete mit Stand 9.05 Uhr im Vergleich zum Vortag einen leichten Rückgang um 17 auf 1060 erwachsene Covid-19-Patienten.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist allerdings zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung bei den Corona-Zahlen ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher. Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Zudem wurden teilweise Intensivpatienten aus Bayern in andere Bundesländer verlegt.

Die höchsten Inzidenzen in Bayern wiesen laut RKI die Landkreise Freyung-Grafenau mit 1116,7 und Weilheim-Schongau mit 1040,2 auf. Sie sind auch die einzigen über der Grenze von 1000, ab der verschärfte Corona-Maßnahmen gelten. Gültig waren diese am Sonntag noch in neun Landkreisen. Allerdings können sie am Montag in mehreren Kreisen enden, nachdem diese seit fünf Tagen unter der Grenze von 1000 liegen. Unter anderem kündigten die Landratsämter Traunstein und Berchtesgadener Land einen entsprechenden Schritt an.

Unterdessen ist eine Debatte um die Berechnung der Inzidenz bei Ungeimpften und Geimpften durch das LGL entbrannt. Die Behörde bestätigte am Sonntag Zahlen aus einem Bericht der «Welt», demzufolge bei der Berechnung für den 24. November von gut 72.000 Personen, die als ungeimpft behandelt wurden, bei mehr als 57.000 der Impfstatus unbekannt war.

Das LGL verteidigte allerdings sein Vorgehen. Zum einen weise man auf die Einbeziehung der unbekannten Fälle hin, betonte LGL-Präsident Walter Jonas. Zum anderen habe sich herausgestellt, dass die Fälle mit zunächst unbekanntem Impfstatus «nach später vorliegenden Daten in der weit überwiegenden Anzahl der Fälle ungeimpft waren». Daher hätte ein bloßes Weglassen der fehlenden Werte «zu völlig falschen Inzidenzverhältnissen geführt».

Der FDP-Landtagsabgeordnete Matthias Fischbach kritisierte die Vorgehensweise dagegen und forderte eine Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und lückenlose Aufklärung. Die Stellungnahme des LGL bezeichnete er als «fadenscheinig». Es sei «inakzeptabel», dass verschwiegen werde, wie groß der Anteil der Personen mit unklarem Impfstatus sei.

Zudem demonstrierten am Wochenende erneut Gegner der Corona-Maßnahmen. Bei einer Kundgebung am Samstag in Ansbach kamen dabei sehr viel mehr Menschen als erwartet. Wie ein Pressesprecher der Polizei am Sonntag sagte, musste die Zahl der Ordner kurzfristig erhöht werden. In der Spitze sollen bis zu 1800 Menschen am Samstag an der Demonstration teilgenommen haben - angemeldet waren 250.

© dpa-infocom GmbH

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