Landkreis Miesbach richtet Leichensammelstelle ein

01.12.2021 Die Corona-Lage in Bayern bleibt angespannt. So angespannt, dass der Landkreis Miesbach sich nun für noch ernstere Zeiten wappnet und eine Sammelstelle einrichtet - für den Fall, dass der Platz für die Toten nicht reicht.

Eine Pflegekraft steht auf einer Intensivstation in einem Zimmer und bedient eine Herz-Lungen-Maschine. Foto: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angesichts der angespannten Lage in den Krankenhäusern richtet der Landkreis Miesbach vorsorglich eine Leichensammelstelle ein. «Es ist eine Vorsichtsmaßnahme», sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Mittwoch. Es gehe darum, Leichen zu kühlen, bevor sie bestattet werden könnten. Der Ort werde in diesen Tagen eingerichtet. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Derartige Vorbereitungen habe es unter dem Eindruck von Bergamo bereits in der Vergangenheit gegeben, sagte die Sprecherin. Der Katastrophenschutz treffe nun erneut erste Vorbereitungen - obwohl die Zahlen der Neuinfektionen in der vergangenen Woche im Vergleich zu den Vorwochen zurückgegangen seien. Es könne aber keine Entwarnung gegeben werden, man rechne wieder mit steigenden Zahlen.

Alleine im November starben laut Landratsamt 23 Menschen im Landkreis an oder mit dem Coronavirus. Dies führe dazu, dass Krematorien und Bestatter zunehmend überlastet seien. Wo sich die Leichensammelstelle befinde, werde aus Pietätsgründen nicht mitgeteilt.

Ob und in wie vielen bayerischen Landkreisen es ähnliche Pläne gibt, war unklar. Der Landkreistag und auch das Innenministerium, bei dem der Katastrophenschutz angesiedelt ist, hatten auf Anfrage keine Informationen dazu. Es sei «eine selbstständige Aktion des Landkreises Miesbach», sagte ein Ministeriumssprecher.

Einzelne derzeit schwer von der vierten Coronawelle getroffene Gebiete wie die Landkreise Ostallgäu und Deggendorf oder die Stadt Rosenheim teilten auf Anfrage mit, keine solchen Stellen eingerichtet und auch keine entsprechenden Pläne zu haben. «Ich hoffe auch, dass wir eine solche Stelle in Zukunft nicht brauchen», sagte ein Sprecher des Landratsamtes Deggendorf.

Etwas anders ist die Lage in dem mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1233,2 am stärksten betroffenen bayerischen Landkreis Rottal-Inn. «Wir haben bereits zu Beginn der Pandemie entsprechende Notfallpläne auch für diese Aufgabe erarbeitet und die entsprechenden Strukturen geschaffen, die auch jetzt im Bedarfsfall schnell einsetzbar sind», sagte ein Sprecher des Landratsamtes. «Bislang war ein entsprechender Einsatz zum Glück nicht notwendig.»

Nach Kenntnis des Bayerischen Bestatterverbandes ist die Sammelstelle in Miesbach derzeit die einzige im Freistaat. «Die vorzuhalten, finde ich sehr vorausschauend gedacht», sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Ralf Michal. «Ich finde die Einrichtung sehr gut. Noch besser fände ich, wenn wir sie nicht brauchen.»

Im Hinblick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage warnte Michal vor möglichen Engpässen: «In den Standesämtern muss Vorsorge getroffen werden, dass Standesbeamte erreichbar sind», forderte er. Denn für die Einäscherung einer Leiche im Krematorium müsse eine Urkunde des Standesamtes vorliegen. Um Ostern sei es darum schwierig geworden - «nicht, weil die Kapazitäten nicht da wären, sondern weil die bürokratischen Hürden da waren». «Wir müssen arbeiten können», sagte Michal. «Das scheitert nicht an den Bestattern und auch nicht an den Kapazitäten, sondern an Feiertagen an fehlenden Mitarbeitern auf den Standesämtern.»

© dpa-infocom GmbH

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