Patientenschützer kritisiert Bayerns Corona-Ampel

01.09.2021 Die in Bayern geplante Corona-Ampel geht aus Sicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz an der Realität vorbei. Der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch, sprach von einer unsinnigen Unterscheidung in normale Krankenhausbetten und Intensivbetten. «In der Hochzeit der Belegung hatten wir sehr viel mehr Menschen auf Normal- als auf Intensivstation», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Hier eine Differenzierung zu machen, wird der Wirklichkeit nicht gerecht.» Wenn das Gesundheitssystem, wenn Ärztinnen und Pfleger vor einer Überlastung geschützt werden sollen, dann müsse die gesamte Krankenhausbelegung in den Blick genommen werden.

Eine FFP2-Maske liegt auf einem Leuchttisch. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Bayern sind schärfere Anti-Corona-Maßnahmen künftig abhängig von der Klinik-Auslastung. Die neue Krankenhaus-Ampel schaltet auf Gelb, wenn bayernweit binnen sieben Tagen mehr als 1200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten. Dann will die Staatsregierung weitergehende Maßnahmen - etwa die Rückkehr der FFP2-Maskenpflicht oder der Kontaktbeschränkungen - beschließen. Auf Rot schaltet die Ampel, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen - dann sollen die Anti-Corona-Maßnahmen noch einmal weiter verschärft werden.

Brysch forderte, in jeder Ampelphase die Gesamtbelegung in den Blick zu nehmen - und plädierte für eine deutschlandweite Regelung. «Wenn das Beispiel von Bayern Schule macht, haben wir bald 32 unterschiedliche Regelungen in 16 Bundesländern.»

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