Söder: Auch bei steigender Inzidenz kein Homeschooling mehr

24.08.2021 Der Schulbeginn steht in drei Wochen bevor - doch unklar ist, wie der versprochene Präsenzunterricht stattfinden soll. Söder verspricht ein Ende des ungeliebten Homeschoolings. Und er äußert sich zur verwirrenden 3G-Regel für Schüler.

Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, spricht. Foto: Matthias Balk/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will Schulschließungen bei steigenden Corona-Inzidenzen in jedem Fall verhindern. «Wir haben gerade in der Schule das mit Abstand sicherste System», sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Er zeigte sich zuversichtlich dass Bayern, «Schulunterricht gut gewährleisten» könne. Das erklärte Ziel sei: «Kein Homeschooling mehr, kein Distanzunterricht mehr.» Dazu sollen die Schüler regelmäßig dreimal in der Woche getestet werden und «anfangs» auch weiter Masken tragen.

Außerdem soll auch in der Schule geimpft werden. «Ich hätte mir ehrlich gesagt schon gewünscht, dass wir das vor dem Sommer machen können», sagte Söder dem BR. Er kündigte auch «angepasste Quarantäne-Regeln» an und «dass nicht nur wegen einem Fall die ganze Klasse dann in Quarantäne muss».

Drei Wochen vor Unterrichtsbeginn ist aber weiter nicht klar, wie genau die Schule laufen soll, wenn die Inzidenzen wie derzeit weiter steigen. Laut der seit diesem Montag geltenden Corona-Verordnung ist für die Schulen noch Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 binnen sieben Tagen in einer Kommune vorgeschrieben. Eine Frage ist: Gilt dann die sogenannte 3G-Regel auch für Lehrer - müssen die also für den Unterricht vorlegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind?

Seit Montag gilt die Regel für Innenbereiche ab einer Inzidenz von 35. Ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag und Schüler, weil die im Rahmen des Unterrichts getestet werden.

Nach den Sommerferien müssten klare Regeln für den Präsenzunterricht gelten, sagte Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands. «Das heißt, am Unterricht in der Schule darf nur teilnehmen, wer genesen, geimpft oder getestet ist. Wer diese Kriterien nicht erfüllt oder sich den Tests entzieht, kann nicht am Präsenzunterricht teilnehmen und darf auch keine Sonderregelungen erfahren.»

Schüler werden für den Unterricht getestet. Söder verteidigte, dass die Schüler für den Rest der Sommerferien von der 3G-Regel ausgenommen sind. Für den Rest der Ferien würden Tests Kinder und Jugendliche «überfordern», sagte er angesichts von Verwunderung über diese Regel.

Unklar war weiter, was für Kinder gilt, die sechs Jahre sind, aber noch nicht in der Schule sind und somit keine Tests machen. Das Gesundheitsministerium nahm dazu bisher «wegen einer Vielzahl an Medienanfragen» keine Stellung.

Für die Offenhaltung der Schulen im zweiten Pandemie-Herbst spielen Experten zufolge die Erwachsenen die entscheidende Rolle. Vereinzelte Infektionen an den Schulen sind nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten hinnehmbar, wenn möglichst alle Eltern und Lehrer geimpft sind. «Ein kontrolliert schwelendes Geschehen muss man akzeptieren, wenn der Schulbetrieb laufen soll. Man wird nicht jegliche Verbreitung an Schulen unterbinden können, aber möglichst eine unkontrollierte Ausbreitung.»

Anders als Söder empfiehlt Drosten: «Besser ist Quarantäne für die ganze Klasse sofort beim ersten Fall, das aber kurz.» Er sprach von fünf statt 14 Tagen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt Quarantäne für die ganze Klasse etwa, wenn keine Masken getragen oder 1,5 Meter Abstand zwischen den Schülern nicht eingehalten werden.

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