Impfstreit: Aiwanger will keine Spritze von der CSU

04.08.2021 Der impfskeptische Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger will keine Spritze vom Koalitionspartner CSU: Der Freie Wähler-Chef verweigerte am Mittwoch die Annahme einer Spritze, die ihm der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner überreichen wollte. «Ich würde ihn gern heute mit einem Radler impfen», scherzte Steiner am Rande der Hauptalmbegehung in Unterwössen, wo beide mitliefen.

Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bei einer Veranstaltung. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Steiner betonte, sein scherzhaftes Angebot habe einen ernst gemeinten Anlass: Ein stellvertretender Ministerpräsident habe Vorbildfunktion und sollte sich nach seiner Meinung gegen Corona impfen lassen. «Da muss dann die Gaudi aufhören.» Aiwanger und die CSU streiten seit Wochen, weil Aiwanger trotz der Impfappelle von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betont, dass der Verzicht auf eine Impfung ein grundlegendes Freiheitsrecht sei.

Zuletzt hatte CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer dem Wirtschaftsminister nahe gelegt, auf den Titel des Vizeministerpräsidenten zu verzichten. Aiwanger hingegen argumentiert, dass Impfskeptiker und -gegner nicht unter Druck gesetzt werden dürften.

«Das ist genau das, was ich meine», sagte er anschließend zu Steiners Radlerspritze. «Es geht nicht nur um mich, es werden dann auch andere Leute am Stammtisch, in der Firma, im Verein mit passenden oder unpassende Dingen konfrontiert.» Man sollte hier wirklich auch als Nicht-Geimpfter die Akzeptanz erfahren «und sich nicht ständig dafür rechtfertigen müssen».

SPD-Landtagsfraktionschef Florian von Brunn kritisierte Aiwanger ebenfalls - und argumentierte, dass flächendeckendes Impfen der Freiheit am besten diene: «Ich erwarte von Hubert Aiwanger statt billigem Populismus und Anbiedern an sogenannte Querdenker jetzt ein klares Bekenntnis zum Impfen», sagte der Sozialdemokrat. «Nur mit einer hohen Impfquote können wir weitere Freiheitseinschränkungen beenden und vermeiden.»

Aiwanger selbst war ansonsten bemüht, den Streit mit der CSU nicht weiter anzuheizen: Er wolle das Thea nicht weiter vertiefen. «Die Koalition ist stabil», sagte er. «Die Arbeitsfähigkeit leidet in keiner Weise.»

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