Missbrauch: Mutter soll Kind dem Partner überlassen haben

24.06.2021 Eine Frau lernt in der Oberpfalz einen neuen Mann kennen. Sie ziehen zusammen nach Unterfranken. Peu à peu gewinnt er das Vertrauen der minderjährigen Tochter seiner Freundin - mit fatalen Folgen für das Kind. Nun soll die Mutter einem Gericht ihr Verhalten erklären.

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Mutter soll ihre minderjährige Tochter ihrem Lebensgefährten für Missbrauchshandlungen überlassen haben. Von Dienstag an muss sich die 39-Jährige deshalb unter anderem wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch Unterlassen vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten. Bisher sind drei Verhandlungstermine angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Deutschen vor, sie habe geduldet, dass sich ihr damaliger Partner an ihrer Tochter verging. Der heute 49-Jährige soll die Frau unter anderem durch Trennungsandrohung gefügig gemacht haben. Er war im Mai vom Landgericht wegen schwerer Zwangsprostitution und schweren sexuellen Missbrauchs zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung legte Revision ein.

Das Mädchen war den Ermittlern zufolge neun Jahre alt, als der 49-Jährige anfing, es sexuell zu missbrauchen. In seinem Verfahren wurde eine Vielzahl von Übergriffen zwischen Sommer 2018 und Sommer 2020 verhandelt. Teilweise fertigte der Deutsche davon Bilder und Videos an - unter anderem in einer Wohnung im Raum Bad Kissingen.

In dem Fall hatte es zudem einen weiteren Prozess gegeben: Anfang Juni verurteilte das Landgericht einen 50-Jährigen zu zwei Jahren und elf Monaten Haft wegen Missbrauchs des Mädchens im vergangenen Jahr in zwei Fällen und Verbreitung pornografischer Schriften. Ihm hatte der 49-Jährige das Kind in einer Wohnung im Landkreis Schweinfurt überlassen. Auch in diesem Fall ging die Verteidigung in Revision.

Die Ermittlungen kamen durch einen Lastwagenfahrer ins Rollen. Ihm hatte sich die Schülerin auf Weisung ihres Stiefvaters im vergangenen Jahr auf einem Parkplatz an einer Autobahn bei Schweinfurt für Missbrauchshandlungen angeboten. Zuvor soll ein anderer, bisher unbekannter Lasterfahrer diese Angebot angenommen und die Minderjährige missbraucht haben.

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