Nach Schnee und Hitze: Spargelbauern zufrieden

20.06.2021 Restaurants monatelang dicht, keine Spargelmärkte, hohe Hygieneauflagen und dann auch noch dieses kalte Frühjahr: Die Spargelbauern sind heuer nicht zu beneiden. Unterm Strich stimmt die das Saisonende aber aus einem Grund versöhnlich.

Ein Erntehelfer legt auf einem Spargelfeld frisch gestochenen Spargel in eine Kiste. Foto: Timm Schamberger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zum Saisonstart Schneeflocken auf dem Spargelfeld, am Ende drückende Hitze: Für Bayerns Spargellandwirte war die Erntezeit nicht nur wegen des Corona-Jahres alles andere als ein Kinderspiel. Mitten im Lockdown Verkauf nur ab Hof oder beim Lebensmittelhändler, mit den Lockerungen zu den Pfingstferien dann auch ein wenig Absatz in der Gastronomie: «Es war eine durchwachsene Saison», fasst Petra Högl von der Erzeugergemeinschaft Abensberger Qualitätsspargel zusammen. Fazit kurz vor Schluss am 24. Juni, dem Johannistag: etwas weniger Menge, aber im Preis stabil.

«Tatsächlich war es am Anfang viel zu kalt für den Spargel», sagt Miriam Adel vom Spargel-Erzeugerverband Franken. Im April hätten die Bauern das Gemüse mit Doppel- und Dreifachabdeckungen beim Wachsen unterstützen müssen, «ein sehr hoher Aufwand».

Ähnlich in Südbayern, wo es meist noch kälter ist als in Franken: «Für unsere Erntehelfer war es natürlich nicht so schön, wenn es draußen beim Stechen geschneit hat», sagt Claudia Westner, die Vorsitzende des dortigen Spargel-Erzeugerverbandes in Schrobenhausen. Zuletzt sei es tagelang sehr heiß gewesen. «Da steigen die Mengen sprunghaft an.» Westner sprach von einem insgesamt mengenmäßig durchschnittlichen Jahr. «Es war eine zufriedenstellende Saison.»

Im Jahr 2020 bauten in Bayern rund 300 Betriebe auf rund 3500 Hektar Spargel an - im Jahr 2003 war die Fläche nur etwa halb so groß. Im vergangenen Jahr pendelten die Preise für den Verkauf ab Hof im Schnitt zwischen 10,50 und 12 Euro pro Kilo. Heuer wurden in manchen Regionen und je nach Klasse auch mal fast 16 Euro verlangt. 2003 lag der Durchschnittspreis zwischen 6,70 und 8 Euro je Kilo.

Spargel zählt flächenmäßig zu den bedeutendsten Gemüsekulturen in Bayern. 2020 ernteten die Landwirte laut Statistischem Landesamt etwa 21 000 Tonnen Spargel. Im Jahr davor seien es rund 2000 Tonnen mehr gewesen. Für dieses Jahr erwarten die Bauern vor allem wetterbedingt etwas weniger als 2020.

Das größte bayerische Anbaugebiet ist die Region um das oberbayerische Schrobenhausen. Fast 60 Prozent der bayerischen Betriebe liegen dem Landesamt für Statistik zufolge in Franken.

Im vergangenen Jahr hatten die Betriebe coronabedingt mit großen Planungsunsicherheiten zu kämpfen, viele der wichtigen Erntehelfer vor allem aus Osteuropa durften nicht einreisen. Heuer gab es eine Corona-Testpflicht bei der Einreise, Schnelltests sollten zusätzliche Sicherheit schaffen. Größere Corona-Ausbrüche wurden nicht bekannt.

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