CDU-Politiker pochen auf Geschlossenheit von CDU und CSU

07.06.2021 Nach dem unerwartet deutlichen Erfolg der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt pochen führende Christdemokraten auf Geschlossenheit mit der CSU als Schlüssel zum Sieg bei der Bundestagswahl Ende September. «Eines ist tatsächlich für uns wichtig in diesem Wahlkampf: Das ist die Geschlossenheit, die Gemeinsamkeit von CDU und CSU», sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Montag in Berlin vor Beratungen der CDU-Spitze, die teils in Präsenz und teils wegen der Corona-Pandemie online organisiert worden waren.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht mit Medienvertretern. Foto: Michael Kappeler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Er sei sicher, dass nach der Klärung der Kanzlerkandidatenfrage «CDU und CSU gemeinsam, aber auch alle in der CDU und in der CSU gemeinsam in diese Wahl gehen», sagte Spahn. Der Kurs von Ministerpräsident Reiner Haseloff - «nicht aufgeregt, ruhig und klar im Kurs, aber auch eine klare Abgrenzung zu den Radikalen von rechts» sei am Ende erfolgreich gewesen. Was «auf den ersten Blick vielleicht nicht immer gleich sexy erscheint», sei für die meisten Bürgerinnen und Bürger nach genauem Hinschauen «dann aber doch sehr, sehr attraktiv». Das gebe auch Rückenwind für den Bund.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) sagte, der Wahlerfolg sei eine Gemeinschaftsaktion der Union gewesen, nachdem auch CSU-Chef Markus Söder, Laschet und die Bundespartei Unterstützung gegeben hätten. In erster Linie sei es aber «ein grandioser Sieg» für die CDU in Sachsen-Anhalt und Reiner Haseloff. In den vergangenen Wochen und Monaten habe es nicht immer Anlass zur Freude gegeben. Nun gebe es aber viel Rückenwind für den Bundestagswahlkampf.

Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen sagte auf die Frage, ob er erwarte, dass die CSU nun ihre Sticheleien gegen Laschet einstelle, es gebe immer «eine vitale Spannung zwischen CDU und CSU». Dies sei «eigentlich ganz okay, nichts Schlimmes». Der Wahlerfolg von Haseloff gebe der Union Schwung, sage aber nichts aus über den Ausgang der Bundestagswahl. «Das wäre ein Fehler, wenn man einen schönen Erfolg überinterpretiert.» Es gebe keinen Grund für Selbstzufriedenheit, «sondern wir müssen weiter hart kämpfen». Das Wichtigste sei der klare Abgrenzungskurs von Haseloff zur AfD gewesen. «Die AfD ist nicht bürgerlich, sie ist nicht konservativ.»

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