Corona-Zahlen sinken: Bayern macht zum Ferienende wieder auf

06.06.2021 Ob in Schulen, Restaurants oder auf dem Sportplatz: Vielerorts werden die Corona-Einschränkungen in Bayern wegen sinkender Infektionszahlen am Montag deutlich gelockert.Beim Impfen hält Bayern an der Bevorzugung von Risikogruppen fest.

Medizinisch geschultes Personal führt einen Corona-Schnelltest durch. Foto: Kay Nietfeld/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mehr Schüler im Unterricht, größere Treffen und Sport mit Zuschauern: In vielen bayerischen Regionen ist von Montag an wieder deutlich mehr möglich. Nach den am Freitag von der Staatsregierung beschlossenen Lockerungen der Corona-Regeln gehen zum Ende der Pfingstferien wieder viele Schranken auf. Gleichzeitig starten Betriebsärzte mit regulären Impfungen. Bei der Aufhebung der Priorisierung von Impfwilligen macht der Freistaat aber nicht mit.

Die beschlossenen Lockerungen können unterdessen wohl alle Menschen in Bayern genießen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag am Sonntag kein Kreis über der Corona-Inzidenz-Marke von 100, bei der bis 30. Juni weiter die Bundes-Notbremse greift. Auf viele Regionen warten bei Inzidenzen unter 50 zudem weitere Freiheiten. Nur sechs Kreise im Freistaat lagen am Sonntag nach RKI-Angaben über diesem Wert: der Landkreis Kronach mit 71,9 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen, Günzburg mit 64,6, Neu-Ulm (62,8), Kitzingen (53,8), die Stadt Schweinfurt (52,4) und der Landkreis Unterallgäu (50,2). Folgende Regeln gelten von Montag an:

INZIDENZWERT UNTER 100: Private Treffen sind mit bis zu zehn Menschen aus maximal drei Haushalten möglich - plus Geimpfte und Genesene. Feste wie Geburtstage oder Hochzeiten, aber auch Vereinssitzungen sind unter freiem Himmel mit bis zu 50 Menschen erlaubt, in geschlossenen Räumen gilt eine Grenze von 25. Teilnehmer müssen einen negativen Test vorzeigen.

In den Schulen soll es vom 21. Juni an wieder einen fast normalen Präsenzunterricht geben. Gleiches gilt für Kindertagesstätten. Schüler müssen abseits des Sportunterrichts weiter Masken tragen und zweimal pro Woche einen Corona-Selbsttest machen. Hochschulen dürfen wieder Präsenzveranstaltungen anbieten, für Teilnehmer gelten dabei die gleichen Regeln wie für Schüler.

Gastwirte dürfen wieder drinnen und bis 24.00 Uhr bedienen, zuvor war dies nur im Außenbereich bis 22.00 Uhr möglich. Wer mit Menschen aus einem anderen Haushalt essen geht, muss einen negativen Test vorlegen. Auf dem Weg zum Tisch oder zur Toilette müssen Gäste zudem weiter Masken tragen. Reine Schankwirtschaften bleiben zu.

Beim Handel gehen die Türen wieder auf, auch Testpflicht und Voranmeldung zum Shoppen fallen weg. Allerdings darf jedes Geschäft nur einen Kunden pro zehn Quadratmetern Fläche hereinlassen. Händler auf Wochenmärkten dürfen wieder alles verkaufen.

Auch im Freizeitbereich wird geöffnet: Freizeitparks, Saunabetriebe, Bäder, Indoorspielplätze, Solarien darf man mit negativem Test besuchen. Im Freien entfällt die Maskenpflicht. Geschlossen bleiben dagegen Diskotheken, Clubs und Bordelle.

Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel dürfen künftig bis zu 500 Zuschauer besuchen - auch in Hallen und Stadien, sofern diese genug Platz bieten. Laienensembles dürfen wieder ohne Beschränkungen proben. In Musikschulen gibt es wieder Gruppenunterricht.

Alle Sportarten - ob im Freien oder in der Halle - sind mit negativem Test wieder möglich. Im Amateursport dürfen bei einer festen Bestuhlung zudem bis zu 500 Zuschauer dabei sein.

Auch bei Gottesdiensten wird gelockert: Die Gläubigen dürfen in den Kirchen wieder singen, müssen dabei aber weiter Masken tragen. Bei Freiluftgottesdiensten entfällt auch die Maskenpflicht.

INZIDENZWERT UNTER 50: Private Treffen sind wie bei einer Inzidenz unter 100 mit bis zu zehn Menschen möglich, allerdings dürfen diese aus bis zu zehn Haushalten kommen. Bei Veranstaltungen wie Geburtstagen und Hochzeiten, aber auch Vereinssitzungen dürfen sich unter freiem Himmel bis zu 100 Menschen treffen, in Innenräumen bis zu 50 Teilnehmer. Tests sind im Vorfeld nicht nötig.

In den Schulen gibt es nach den Pfingstferien wieder fast normalen Präsenzunterricht, gleiche Regeln gelten für Kitas. Masken und zwei Selbsttests pro Woche sind für Schüler weiter Pflicht.

Bewohner von Pflegeheimen können leichter Angehörige und Freunde empfangen: Die Testpflicht für Besucher fällt weg. Zudem sollen in den Einrichtungen wieder Treffen von bis zu 25 Menschen in Innenräumen und 50 Menschen im Freien möglich sein.

Die Testpflicht entfällt auch beim Sport, in der Gastronomie beim Essen mit Menschen aus anderen Haushalten, sowie in Freizeitparks, Saunen, Bädern und Indoorspielplätzen.

IMPFUNGEN: Nach monatelangem Warten beginnen am Montag Betriebsärzte in großen bayerischen Unternehmen mit regulären Corona-Impfungen. Die erwarteten Impfstofflieferungen werden aber wohl nicht besonders üppig ausfallen. Siemens erwartet ab Dienstag 6000 Impfdosen für die deutschlandweit 90 000 Mitarbeiter. Audi sind für Montag 2500 Dosen in Aussicht gestellt, wie der Autohersteller seine Belegschaft informiert hat. Mit Impfungen starten wollen darüber hinaus unter anderem Allianz und Schaeffler. Im Laufe des Junis wollen auch weniger große Firmen folgen, darunter das Bonusprogramm Payback.

Während in anderen Bundesländern am Montag die Priorisierung bei den Corona-Schutzimpfungen fällt, hält der Freistaat zudem weiter an der Bevorzugung von Risikogruppen fest. Bei der Terminvergabe in den kommunalen Impfzentren ziehe das Online-Registrierungssystem diese Bürger weiter vor, teilte das Gesundheitsministerium mit.

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