BGH verhandelt über Miesbacher Sparkassenaffäre

04.05.2021 Jahrelang war es in Oberbayern auf Sparkassenkosten großzügig zugegangen. Das Landgericht München II verurteilte den Miesbacher Ex-Sparkassenchef Bromme und Ex-Aufsichtsratschef Kreidl wegen Untreue. Der Fall geht nun in die nächste Runde.

Eine Statue der Justitia hält in Bamberg eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Reisen, Geschenke und Geld für einen Schießstand: Die Miesbacher Sparkassenaffäre wird heute vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt (Az.: 1 StR 144/20). Das Landgericht München II hatte im April 2019 den Ex-Vorstandschef Georg Bromme sowie den einstigen CSU-Landrat und Verwaltungsratsvorsitzenden Jakob Kreidl zu Bewährungsstrafen verurteilt. Bromme bekam wegen Untreue eineinhalb Jahre. Kreidl, der Verwaltungsratsvorsitzender war, erhielt wegen Untreue elf Monate.

Unter Bromme als Vorstandschef soll die Kreissparkasse über Jahre hinweg teure Reisen in Fünf-Sterne-Hotels, Einladungen und Geschenke für Kommunalpolitiker und Verwaltungsräte mitfinanziert haben. In einem Fall gab es auch Geld für einen Schießstand in Tirol. Bromme und Kreidl waren als Hauptverantwortliche angeklagt.

Im Laufe des Verfahrens waren viele Anklagepunkte fallengelassen worden. Die Staatsanwaltschaft wollte allerdings für Bromme zweieinhalb Jahre Haft - und damit eine Gefängnisstrafe. Für Kreidl hatte sie ein Jahr und vier Monate gefordert. Das Gericht wertete zugunsten der Angeklagten, dass sie sich nicht persönlich bereichert hatten, sich entschuldigten und einen Teil des Schadens mit Zahlungen an die Sparkasse wiedergutmachten.

Die Anwälte hatten höchstens neun Monate Haft auf Bewährung in Brommes Fall und eine Strafe von unter einem Jahr für Kreidl gefordert. Bromme und die Staatswaltschaft legten Revision ein.

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