Koch will Gespräch: Entschuldigung noch nicht angenommen

27.04.2021 DFB-Vizepräsident Rainer Koch will nach einer verbalen Entgleisung durch Fritz Keller ein Gespräch mit dem Verbandschef führen und hat eine Entschuldigung noch nicht angenommen. Koch äußere sich nicht zum gesamten Vorgang, er könne nur bestätigen, dass Keller ihn schriftlich um Entschuldigung gebeten habe, hieß es am Dienstag auf Anfrage vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV). «Rainer Koch hat die Entschuldigung bislang nicht angenommen, weil er den gesamten Vorgang mit zeitlichem Abstand zunächst in einem persönlichen Gespräch mit Fritz Keller aufarbeiten möchte.» Zuvor hatte der «Spiegel» über das Statement des BFV berichtet.

DFB-Vizepräsident Rainer Koch (l) und DFB-Präsident Fritz Keller auf der Tribüne. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Keller hatte hingegen erklärt, dass er sich schriftlich bei Koch (62) entschuldigt und dieser «die Größe» gehabt habe, «die Entschuldigung anzunehmen». Keller hatte seinen Vizepräsidenten nach Medienberichten mit Nazi-Richter Roland Freisler verglichen, sich aber sofort dafür entschuldigt. Dies berichteten «bild.de» und der «Spiegel» am Montag übereinstimmend über den 64 Jahre alten Freiburger. Der Deutsche Fußball-Bund äußerte sich nicht zu Einzelheiten, bestätigte aber eine Entschuldigung von Keller.

«Manchmal fallen in Kontroversen Worte, die nicht fallen sollen und nicht fallen dürfen. Dafür habe ich mich in aller Form persönlich im Gespräch wie auch schriftlich bei Rainer Koch entschuldigt», wurde Keller zitiert. «Er hat die Größe, die Entschuldigung anzunehmen, wofür ich ihm dankbar bin. Insbesondere auch im Hinblick auf die Opfer des Nationalsozialismus war der Vergleich gänzlich unangebracht. Ich bedauere dies sehr und werde meine Worte künftig weiser wählen.»

Keller schloss einen Rücktritt aus. «Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich werde die Aufräumarbeiten, für die ich zum DFB geholt und mit 100 Prozent der Stimmen auf dem Bundestag gewählt wurde, zu Ende führen», sagte Keller der «Bild»-Zeitung» (Dienstag).

Der 1945 gestorbene Freisler war als Teilnehmer an der Wannseekonferenz einer der Verantwortlichen für die Organisation des Holocaust und später Präsident des berüchtigten Volksgerichtshofes, wo er etwa 2600 Todesurteile verhängte. Darunter auch gegen die Widerstandsgruppe «Weiße Rose».

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