Bayerns Fußball-Verband kritisiert Corona-Notbremse

23.04.2021 Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat das geänderte Infektionsschutzgesetz mit der Corona-Notbremse scharf kritisiert. «Das ist keineswegs der erhoffte und in unseren Augen längst überfällige Schritt in die richtige Richtung. Das Gegenteil ist der Fall», erklärte BFV-Präsident Rainer Koch, der auch Vizepräsident beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist. «Ich bleibe dabei und wiederhole mich ausdrücklich: Der Amateur- und Jugendfußball stellt kein pandemisches Problem dar, sondern ist vielmehr fixer Teil der Lösung.»

DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Sport gebe Menschen Bewegung und Lebensfreude zurück, ganz besonders Kindern und Jugendlichen. «Das bleibt ihnen mit dieser Regelung, von der wir im Moment nicht wissen, ob sie in Bayern überhaupt gilt, faktisch verwehrt und hat drastische Folgen - für Körper und Psyche, aber auch für den Unterbau in unseren Vereinen», sagte Koch weiter.

Gezogen werden soll die Notbremse, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen an drei Tagen hintereinander über 100 liegt. Dann dürfen unter anderem Menschen ab 22.00 Uhr die eigene Wohnung in der Regel nicht mehr verlassen. Alleine Spazierengehen und Joggen ist bis Mitternacht erlaubt. Es darf sich höchstens noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen, wobei Kinder bis 14 Jahre ausgenommen sind.

Das Team Sport-Bayern, zu dem auch der BFV zählt und ein Verbund von 24 Sportfachverbänden ist, kritisierte die Interpretation der Corona-Notbremse durch den Freistaat als «Katastrophe. Es ist unverhältnismäßig, dass quasi nirgendwo, nicht einmal im Freien, breiten- und gesundheitssportliche Betätigung für Kinder oder Erwachsene möglich ist», erklärte der Präsident des Dachverbands, Alfons Hölzl.

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