Schwindende Lebensräume, wenig Kräuter: Hase braucht Hilfe

04.04.2021 An Ostern wimmelt es nur so von Hasen - aus Schokolade, Plüsch oder auf Werbeplakaten. Doch über die Felder und Wiesen in Bayern hoppeln nur noch wenige Langohren.

Ein Feldhase (Lepus europaeus) hockt an einem Feldrand. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gute Nachricht zu Ostern: Die gefährdeten Feldhasen scheinen sich in Bayern langsam wieder wohler zu fühlen. Nach ersten Zählungen des Bayerischen Jagdverbands (BJV) dieses Frühjahr leben im Schnitt 35,8 Feldhasen pro 100 Hektar auf Äckern, Wiesen und Wäldern. Im vergangenen Frühjahr meldeten die Jäger durchschnittlich 29,08 Hasen auf der Fläche in Bayern.

«Die Population erholt sich leicht», meint Regina Gerecht vom Fachreferat Wildtiermonitoring beim BJV. Doch für eine Entwarnung sei es zu früh. Die freiwillige Zählung der Feldhasen dieses Frühjahr sei noch nicht abgeschlossen. «Es zählen auch genau die Leute, die sich in ihrem Revier um die Feldhasen bemühen.» In anderen Regionen könnte die Zahl der Hasen also deutlich geringer ausfallen.

Entscheidend für die Überlebenschancen der ersten Junghasen sei das Wetter. «Ein nasses, kaltes Frühjahr ist immer schlecht für Jungwild, aber die Feldhasen sind da auch empfindlich», erklärte BJV-Sprecherin Isabel Koch. Bleibt es sonnig und trocken, habe der Feldhase gute Bedingungen bei der Aufzucht.

Die ersten Junghasen werden Anfang März bis Mitte Mai geboren, erklärte die Sprecherin des Jagdverbands. «Das sind die sensibelsten Monate, in denen man besonders darauf achten sollte, dass man seine Hunde nicht frei laufen lässt.» Auch Katzen, als versierte Jäger, fangen problemlos Junghasen. Der BJV empfiehlt daher, Katzen in diesen Wochen besser nachts im Haus zu behalten.

Der Hase hat ohnehin mit mehr als genug Problemen zu kämpfen. Sein Lebensraum schwinde durch immer mehr Straßen, Siedlungen und Gewerbegebiete, kritisierte der Bund Naturschutz (BN) in einer Pressemitteilung. So falle es den Tieren schwer, Verstecke vor Fressfeinden und für die Jungenaufzucht zu finden.

Auch die Nahrungssuche sei problematisch. «Der Feldhase ist ein Kräuterspezialist. Doch Kräuter sind in der intensiven Landwirtschaft selten geworden», erklärte Manfred Siering, stellvertretender Vorsitzender des Bundes Naturschutz in München. «Mehr Blütenreichtum, weniger Pestizide, mehr Ökolandbau und Biotopverbund helfen auch Meister Lampe.»

Naturschützer gehen davon aus, dass zwischen zwei und drei Millionen Feldhasen (Lepuseuropaeus) in Deutschland leben. Der Feldhase steht hier auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Etwa seit zehn Jahren hat sich die Population aber auf niedrigem Niveau stabilisiert.

© dpa-infocom GmbH

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