Innovationscampus für Gesundheit rückt näher

02.08.2021 Die Pandemie zeigt, wie wichtig medizinische Forschung und Versorgung sind. In Baden-Württemberg soll das Gesundheitswesen durch Vernetzung aller Akteure schlagkräftiger werden. Doch wer soll die Allianz bezahlen? Die CDU hat da schon eine Schatulle im Visier.

Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen), Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Rhein-Neckar-Raum sollen Gesundheitsversorgung, medizinische Forschung und Lehre zusammenwachsen: Der Innovationscampus «Health & Life Science Alliance Heidelberg Mannheim» rückt mit einer verbindlichen Erklärung der sieben Gründungspartner ein Stück näher. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) hob am Montag auch die wirtschaftliche Bedeutung des Projektes hervor. «Die Bereiche Gesundheit und Lebenswissenschaften sind vielversprechende Wachstumsmärkte nicht nur in Deutschland, sondern weltweit», sagte sie in Stuttgart.

Das Land zahlt 40 Millionen Euro Starthilfe für das Vorhaben, zu dem sich jetzt die Universität Heidelberg, die Unikliniken Mannheim und Heidelberg, das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, das Zentralinstitut für seelische Gesundheit, das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie das European Molecular Biology Laboratory bekannt haben. Der Zusammenschluss mit Sitz in Heidelberg soll auch dazu dienen, Erkenntnisse der medizinischen Forschung möglichst schnell zur Genesung Kranker einsetzen zu können.

Der Chef der Grünen-Fraktion im Landtag, Andreas Schwarz, verspricht sich deutliche Fortschritte für die Gesundheit einer immer älter werdenden Gesellschaft - von neuen Krebstherapien bis zur individualisierten Medizin.

Die CDU-Landtagsfraktion fordert eine über die Anschubfinanzierung hinaus gehende stetige Unterstützung der Allianz. Der Wissenschaftsexperte Albrecht Schütte nannte eine jährliche Summe von 25 Millionen Euro des Landes, die durch Gelder von Bund, EU, Firmen und Sponsoren der Region mindestens verdoppelt werden müsse. Sonst gelange die Allianz leicht ins Hintertreffen mit ähnlichen Clustern etwa in München oder Boston. Die Mittel könnten für Gebäude, Forschungsgeräte sowie für Personalkosten für exzellente Wissenschaftler verwendet werden, erläuterte der Physiker.

Der Rhein-Neckarraum wird vom Land als dritter Innovationscampus neben dem «Cyber Valley» rund um künstliche Intelligenz im Raum Stuttgart/Tübingen und dem Innovationscampus «Mobilität der Zukunft» in Karlsruhe/ Stuttgart gefördert.

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