Landesbischof: Kirche muss Verantwortung übernehmen

20.04.2021 Die Kirche muss aus Sicht des evangelischen Landesbischofs von Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, Verantwortung für das öffentliche Gemeinwesen übernehmen. «Das bedeutet für mich heute Volkskirche sein und bleiben», sagte er am Dienstag zum Auftakt der Frühjahrstagung der Landessynode. «Glaube ist doch eher Privatsache.» Aber die Menschen müssten erfahren, welche Kraft im Glauben steckt. «Kirche ist eine sorgende Gemeinschaft.»

Jochen Cornelius-Bundschuh sitzt in seinem Büro. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gerade in Corona-Zeiten wüchsen Spannungen, die Pandemie verschärfe bestehende Ungleichheit, sagte Cornelius-Bundschuh in seinem «Bericht zur Lage». «Polarisierungen nehmen zu. Nicht nur in sozialen Netzwerken.» Christen müssten hören, wer in welcher Situation nach Gott fragt. «Dafür brauchen wir kirchliche Präsenz vor Ort», sagte der Landesbischof. «Aber wir werden nicht mehr an jedem Ort alles machen können.» So viel wie möglich sollte nah an der Ebene entschieden werden, «die für die Menschen in ihrem Alltag relevant ist». Wichtig sei dabei auch die Kooperation mit anderen Gruppen.

Die Landessynode ist neben dem Landesbischof, dem Landeskirchenrat und dem evangelischen Oberkirchenrat eines der vier landeskirchlichen Leitungsorgane. In das sogenannte Kirchenparlament werden Vertreter aus den Regionen gewählt, aber auch Mitglieder gezielt berufen. Mit 73 Synodalen ist es etwas geschrumpft. Mehr als 60 Prozent sind neu dabei, darunter auch erstmals vier Jugendsynodalen unter 27 Jahren.

Die 13. Landessynode kommt - coronabedingt ein halbes Jahr verspätet - zum ersten Mal bei einer digitalen Tagung zusammen. Das Gremium wählt bis Donnerstag etwa das Präsidium und die Bischofswahlkommission, die den Nachfolger von Cornelius-Bundschuh bestimmen soll. Er geht zum April 2022 mit dann fast 65 Jahren in den Ruhestand.

Die evangelische Landeskirche in Baden mit Sitz in Karlsruhe hatte Ende 2019 rund 1,12 Millionen Mitglieder (2018: 1,14 Millionen). Zahlen für das vergangene Jahr sollen im Sommer vorgelegt werden.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News