Mordprozess um Drogengeschäfte beginnt ohne Aussagen

30.03.2021 Sie sollen sich bei ihren gemeinsamen Drogengeschäften nicht grün gewesen sein: Daraufhin schmiedet ein Jugendlicher den Plan, seinen Kompagnon zu töten. Der Staatsanwalt gibt vor Gericht einen Hinweis, warum der Mordverdächtige sich Unterstützung im Freundeskreis suchte.

Das Landgericht Karlsruhe. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Heimtückisch und brutal sollen zwei Männer einen Drogendealer in Karlsruhe umgebracht haben. Zu Beginn des Prozesses wegen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Landgericht wollten sich beide am Dienstag aber nicht zu den Vorwürfen äußern. Das ließen die 19 und 22 Jahre alten Angeklagten über ihre Verteidiger ausrichten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Juli vergangenen Jahres einen 24-Jährigen getötet zu haben. 13 Mal hätten sie mit einem 300 Gramm schweren Hammer auf den Schädel des Mannes eingeschlagen, sagte der Staatsanwalt. Fünf Mal stachen sie mit einem Messer in die Brust. «Sowohl die Messerstiche als auch die Hammerschläge waren jeweils für sich geeignet, den Tod herbeizuführen», sagte der Anklagevertreter.

Das Opfer konnte nicht wiederbelebt werden, es starb wenig später im Krankenhaus. Da waren die beiden Tatverdächtigen mit der Beute schon auf und davon: eine Umhängetasche mit 1300 Euro.

Der 19-Jährige habe mit dem 24-Jährigen zusammen mit Drogen gehandelt, führte der Staatsanwalt aus. Dabei habe es Ärger gegeben; genauer wird er nicht. Jedenfalls habe der Angeklagte beschlossen, seinen Dealer-Kollegen zu töten. Weil er jedoch zu schmächtig sei, habe er einen Freund um Unterstützung gebeten.

Sie seien aus Habgier, heimtückisch und geleitet von niederen Beweggründen vorgegangen, sagte der Staatsanwalt in Richtung der beiden Angeklagten. Neben Mord geht es in dem Fall auch um besonders schweren Raub. Der Anwalt des Jüngeren sagte nach dessen verweigerter Aussage, möglicherweise werde sich das im Laufe des Prozesses noch ändern. Für das Verfahren vor der Jugendkammer sind bisher neun weitere Verhandlungstermine bis Ende Juni angesetzt.

Die Ermittler waren unter anderem dank Zeugen auf die Tatverdächtigen gekommen. Den 19-Jährigen nahmen sie wenige Tage nach der Tat fest. Der 22-Jährige konnte sich zunächst nach Frankreich und später nach Italien absetzen. Erst knapp drei Monate später konnten Einsatzkräfte ihn in Neapel festnehmen. Beide Männer kamen in Untersuchungshaft.

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