Elf Jahre nach Minenunglück in Neuseeland: Leichen entdeckt

17.11.2021 Es war eines der schlimmsten Minenunglücke in Neuseelands Geschichte: 29 Menschen verloren im November 2010 ihr Leben. Jetzt wurden die sterblichen Überreste von mindestens zwei der Opfer geborgen.

Arbeiter öffnen 2019 die erste der beiden Schleusentüren in der Pike River Mine. Elf Jahre nach einem schweren Minenunglück in Neuseeland mit 29 Toten haben die Behörden die sterblichen Überreste von mindestens zwei der Opfer entdeckt. Foto: Neil Silverwood/Pike River Recovery Agency/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Elf Jahre nach einem schweren Minenunglück in Neuseeland mit 29 Toten haben die Behörden die sterblichen Überreste von mindestens zwei der Opfer entdeckt. Die Leichen seien mittels Kameras, die durch Bohrlöcher in das Bergwerk Pike River Mine eingeführt wurden, «am äußersten Ende der Mine» gefunden worden, sagte Kriminalkommissar Peter Read am Mittwoch.

Eine Bergung, die die Angehörigen seit Jahren fordern, schließen die Behörden aber aus Sicherheits- und Kostengründen weiterhin aus. Die Mine liegt an der Westküste der neuseeländischen Südinsel.

Bei der Katastrophe im November 2010 hatten sich nur zwei Bergleute retten können. Es war eines der schlimmsten Minenunglücke in der neuseeländischen Geschichte. Der Zugang wurde neun Tage nach der ersten Explosion verschlossen, die Suche nach Überlebenden eingestellt. Insgesamt gab es vier Explosionen. Die Hinterbliebenen verlangen seither, dass die Toten geborgen und die Hintergründe aufgeklärt werden.

«Seit der Katastrophe (...) sind fast elf Jahre vergangen. Diese Bilder werden bei den Ermittlungen helfen, um den Familien Antworten geben zu können», so Read. Eine Identifizierung der entdeckten Überreste sei derzeit nicht möglich, jedoch werde angenommen, dass sich zum Unglückszeitpunkt sechs bis acht Männer in dem hinteren Teil der Mine aufgehalten hätten, hieß es. Andrew Little, der sich als Minister der neuseeländischen Regierung um den Fall kümmert, betonte: «Ich weiß, dass einige Familien sich mehr wünschen würden, aber das wird nicht möglich sein.»

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