Andersson erneut zu Schwedens Ministerpräsidentin gewählt

29.11.2021 Vergangene Woche wurde sie im Stockholmer Reichstag schon einmal zur Ministerpräsidentin gewählt. Offiziell ins Amt schaffte es Magdalena Andersson aber nicht. Nun erhält die Sozialdemokratin erneut die nötige Unterstützung.

Zweite Chance für Magdalena Andersson: Sie ist erneut zur schwedischen Ministerpräsidentin gewählt worden. Foto: Erik Simander/TT News Agency/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die bisherige Finanzministerin Magdalena Andersson wird nach turbulenten Tagen doch noch erste Ministerpräsidentin von Schweden.

Fünf Tage nach einem ersten erfolgreichen Parlamentsvotum mit anschließendem Turbo-Rücktritt erhielt die Sozialdemokratin am Montag erneut die nötige Unterstützung im Reichstag in Stockholm.

Bereits am Dienstag will die 54-Jährige eine Regierungserklärung abgeben und ihre rein sozialdemokratische Minderheitsregierung vorstellen. Wohl noch am selben Tag wird das neue Kabinett bei König Carl XVI. Gustaf vorstellig werden, danach kann es offiziell seine Arbeit aufnehmen. Dann wird Andersson als erste Frau schwedische Regierungschefin sein - nach 33 Männern auf diesem Posten vor ihr.

«Es ist klar, dass es eine große Sache ist, Gegenstand einer Ministerpräsidentenabstimmung zu sein», sagte Andersson nach ihrer Wahl. «Das fühlte sich am Mittwoch ziemlich groß an, und das fühlte sich auch heute ziemlich groß an.» Sie sehe nun gute Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien im Parlament.

Andersson war am Mittwoch erstmals vom Reichstag gewählt worden. Rund sieben Stunden später trat sie aber schon wieder zurück. Der Auslöser: Die Grünen kündigten nach einer Haushaltsabstimmung am Nachmittag an, die Regierung mit den Sozialdemokraten zu verlassen.

Das Parlament des skandinavischen EU-Landes hatte zuvor nicht für den rot-grünen Haushalt, sondern für einen Alternativvorschlag mehrerer Oppositionsparteien gestimmt. An diesem Vorschlag waren erstmals auch die rechtspopulistischen Schwedendemokraten beteiligt - ein rotes Tuch für die Grünen. Parlamentspräsident Andreas Norlén musste sich daraufhin erneut auf Regierungssuche machen. Am Donnerstag nominierte er Andersson ein weiteres Mal.

Beim Votum am Montag reichte Andersson erneut, dass sich keine Mehrheit gegen sie aussprach. Wie am Mittwoch klappte das nur knapp: Ihre Sozialdemokraten stimmten ebenso für sie wie eine Parteilose, während sich neben der Zentrumspartei und den Linken auch die Grünen enthielten. Die restliche Opposition votierte mit Ausnahme einer liberalen Abgeordneten gegen sie, womit es 173 Nein-Stimmen gab - 175 wären nötig gewesen, um Anderssons Wahl zu verhindern.

Böses Blut in Richtung des ausgescherten Juniorpartners gab es von Andersson nicht. Sie unterstrich, dass die Zusammenarbeit mit den Grünen in den vergangenen sieben Regierungsjahren sehr gut gewesen sei. «Ich werde sie als Regierungspartner vermissen, freue mich aber stattdessen auf eine gute Zusammenarbeit im Reichstag», sagte sie.

Die Minderheitsregierung der 54-Jährigen wird nun ausschließlich aus Sozialdemokraten bestehen. Sie muss dabei unter anderem die Posten der fünf bisherigen grünen Ministerinnen und Ministern sowie ihren eigenen an der Spitze des Finanzministeriums neu besetzen.

An der Regierungsspitze folgt Andersson auf ihren Parteifreund Stefan Löfven, der am 10. November nach sieben Jahren mit einer rot-grünen Minderheitsregierung wie angekündigt seinen Rücktritt eingereicht hatte. Damit will er erreichen, dass sich seine Nachfolgerin in den Monaten bis zur nächsten Parlamentswahl im September 2022 stärker profilieren kann. Nur bis zur Wahl rechnet Andersson aber nicht, wie sie am Montag klarmachte. «Ich sehe das nicht als den Start von zehn Monaten. Ich sehe das als den Start von zehn Jahren.»

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

20. Spieltag: Fußball-Bundesliga: Das war am Samstag, das kommt am Sonntag

Musik news

Night Call: Years & Years werden offiziell zur Ein-Mann-Band

People news

Monaco: Caroline von Monaco feiert 65. Geburtstag

People news

Pandemie: Polizeipatrouillen statt Promi-Parties in Kitzbühel

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Mobilfunk-Masten erst bauen, dann genehmigen?

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Auto news

Tipp: Unterwegs mit Hund und Fahrrad: Vierbeiner im Anhänger

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Empfehlungen der Redaktion

Ausland

EU-Land: Neues Votum über Andersson als Regierungschefin in Schweden

Ausland

Magdalena Andersson: Neue schwedische Ministerpräsidentin tritt zurück

Ausland

Regierung: Magdalena Andersson erste Ministerpräsidentin in Schweden

Ausland

Ministerpräsident: Schwedens Regierungschef Löfven tritt kommende Woche zurück

Ausland

Regierung: Historisch: Schweden bekommt erstmals Ministerpräsidentin

Ausland

Partei- und Regierungschef: Schwedischer Ministerpräsident Löfven zurückgetreten

Ausland

EU-Land: Schwedens Regierungschef Löfven kündigt Rücktritt an

Ausland

Regierung: Löfven erneut zum schwedischen Ministerpräsidenten gewählt