Kapitol-Attacke: Damaliger Trump-Wahlkampfmanager vorgeladen

09.11.2021 Der zur Aufklärung der Erstürmung des US-Kapitols in Washington eingerichtete Untersuchungsausschuss hat ranghohe Trump-Berater vorgeladen. Steve Bannon hatte eine Kooperation zuvor verweigert.

Unterstützer des damaligen US-Präsidenten Trump vor dem US-Kapitol am 6. Januar 2021. (Archivbild). Foto: Shafkat Anowar/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Ausschuss zur Untersuchung der Erstürmung des US-Kapitols im Januar hat William Stepien, den Wahlkampfmanager des damaligen Präsidenten Donald Trump, vorgeladen.

Zudem sollen auch der frühere ranghohe Trump-Berater Jason Miller und der einstige Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn den Abgeordneten Rede und Antwort stehen, wie der Ausschuss des Repräsentantenhauses am Montag erklärte. Die Vorgeladenen sowie drei weitere Personen aus Trumps damaligem Umfeld sollen zudem eine Reihe Dokumente vorlegen.

Ausschuss: «Jede Einzelheit» ans Licht bringen

Der Untersuchungsausschuss müsse über deren Bemühungen, das Wahlergebnis zu sabotieren, «jede Einzelheit» ans Licht bringen, erklärte der Vorsitzende Bennie Thompson. Es müsse geklärt werden, mit wem die Personen im Weißen Haus und im Kongress in Kontakt gewesen seien und was sie mit den Protesten verbinde, die zur gewaltsamen Erstürmung des Kapitols geführt hätten, erklärte er.

Der Ausschuss hatte bereits Trumps einstigen Chefstrategen Steve Bannon vorgeladen. Dieser weigerte sich aber, zu kooperieren. Das von dem Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus beschloss daraufhin, wegen Missachtung des Kongresses ein strafrechtliches Vorgehen gegen Bannon zu ermöglichen. Die Entscheidung über ein Strafverfahren liegt nun beim Justizministerium. Bannon wird verdächtigt, vorab Kenntnis von Plänen für gewaltsame Proteste gehabt zu haben.

Anhänger des Republikaners Trump hatten am 6. Januar den US-Kongress erstürmt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump musste sich wegen des Angriffs einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger zuvor in einer Rede aufgestachelt hatte. Am Ende wurde er jedoch freigesprochen.

© dpa-infocom GmbH

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