Ägypten: Reise in ein Land der Gegensätze

28.10.2021 Auf der Suche nach einem möglichst günstigen Urlaub mit Sonne, Strand und Meer zieht es jedes Jahr viele Deutsche nach Ägypten. Vor allem für einen klassischen Badeurlaub oder zum Tauchen erfreut sich Ägypten als Reiseziel großer Beliebtheit. Nur wenige Besucher nutzen diese Gelegenheit jedoch, um dieses Land in Gänze kennenzulernen. Schließlich weist es eine einzigartige und faszinierende Geschichte auf, die zahlreiche Sehenswürdigkeiten hinterlassen hat. Wer kann, sollte daher die Zäune der Hotelanlage verlassen und die Reise nach Ägypten auch für historische sowie kulturelle Ausflüge nutzen.

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Das alte Ägypten: eine Hochkultur

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Heutzutage spielt Ägypten im internationalen Kontext eher eine untergeordnete Rolle, doch einst war das Land eine Hochkultur. Etwa im Jahr 3.000 vor Christus war die Region rund um die etwa 1.000 Kilometer lange Flussoase am Nil das wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum der Welt. In Ägypten wurden viele Grundsteine für die moderne Welt gelegt, zum Beispiel in der Landwirtschaft und Vorratswirtschaft, aber auch in Form von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ägypten war zudem der Vorreiter der Arbeitsteilung, wodurch zahlreiche neue Berufe entstehen konnten. Das bedingte die Entwicklung einer hierarchischen Gesellschaft, wie wir sie noch heute kennen. Aber auch kulturell war Ägypten führend: Der Pharao war Alleinherrscher und zugleich Gesetzgeber, Heerführer sowie oberster Priester. Unter ihm stand als zweiter Mann im Staat der Wesir. Es folgten zahlreiche Beamte, die streng hierarchisch geordnet waren und feste Regierungsaufgaben übernahmen. Gesetze und Befehle des Pharaos wurden schriftlich festgehalten. Mit bis zu 20.000 schreibkundigen Beamten waren die Ägypter zu damaligen Zeiten das wohl am besten gebildete Volk – einige dieser Schriftstücke sind bis heute erhalten.

Ein Land im Zeichen der Pyramiden

Die wohl bekanntesten Überreste dieser einstigen Hochkultur sind die Pyramiden, die bis heute überdauert haben und zu den Sieben Weltwundern der Antike zählen. Die Pyramiden dienten als Grabstätten für die Pharaonen. Diese wurden nach ihrem Tod mumifiziert und begleitet von aufwändigen Bestattungsriten in den Pyramiden beigesetzt. Die Pyramiden von Gizeh sind eines der ältesten und bekanntesten Bauwerke der Welt. Bis heute faszinieren sie die Menschheit und werfen viele Fragen auf. Genau deshalb sind sie mittlerweile auch Bestandteil zahlreicher Bücher, Filme, Dokumentationen und neuerdings sogar digitaler Spiele. Immer mehr Gamer wandeln im Land der Pharaonen und sogar in der Welt der Videoslots ist Ägypten mittlerweile eine der beliebtesten Kulissen. Bis heute steht Ägypten also im Zeichen der Pyramiden und bis heute, viele tausend Jahre nach ihrer Errichtung, haben sie eine einschüchternde Wirkung auf die Menschen. Allein, um dieses Weltwunder einmal mit eigenen Augen zu sehen, und eben nicht nur in Filmen, Games & Co, lohnt sich die Reise nach Ägypten. Schließlich ist es das letzte verbliebene der antiken Weltwunder.

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Weitere Sehenswürdigkeiten im Überblick

Obwohl die Pyramiden die bekannteste und sicherlich beeindruckendste Sehenswürdigkeit des Landes sind, gibt es in Ägypten noch weitere Sehenswürdigkeiten, welche die antike Hochkultur hier hinterlassen hat:

• Die Sphinx von Gizeh hat ebenfalls aus zahlreichen Filmen weltweite Bekanntheit erlangt, beispielsweise durch „Asterix und Kleopatra“. Die Skulptur befindet sich direkt bei den Pyramiden von Gizeh und ist Gegenstand zahlreicher Sagen sowie Legenden. Die Griechen beispielsweise glauben, dass die Sphinx die Stadt Theben belagerte und den Reisenden ein Rätsel stellte. Wer dieses nicht lösen konnte, wurde von ihr erwürgt – daher der Name, welcher übersetzt „Würgerin“ bedeutet. Es sind aber nicht nur die Geschichten rund um die Sphinx, die sie zu einer faszinierenden Sehenswürdigkeit machen, sondern auch ihre unglaubliche Größe von 73,5 Metern Länge und 20 Metern Höhe. Zudem ist die Löwin mit Menschenkopf mittlerweile rund 4.500 Jahre alt, wofür sie erstaunlich gut erhalten ist.

• Die Stadt Luxor, die sich an der Stelle befindet, wo einst die antike Stadt Theben stand, um welche sich die erwähnte Sphinx-Legende rankt. Luxor wird auch als die Stadt der Paläste bezeichnet und beherbergt zahlreiche antike Sehenswürdigkeiten vom Totentempel der Hatschepsut bis zum Luxor Tempel aus dem Jahr 1.070 vor Christus.

• Die Tempelanlage Karnak ist die größte Tempelanlage von Ägypten und mittlerweile Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Sie ist eine der größten antiken Tempelbauten der Welt und blickt zurück auf eine spannende Geschichte zwischen Opferdarbietungen und Götterkult.

• Das Tal der Könige ist ein Überbleibsel aus der 18. bis 20. Dynastie in Ägypten und eine Grabanlage für Könige inklusive der wohl berühmtesten Grabkammer der Welt: die Grabkammer Tutanchamuns. Um diese rankt sich eine Legende, laut welcher der Fluch des Pharaos für einen grausamen Tod jener Personen sorgt, welche die Grabkammer öffnen. Diese dürfte ein Grund dafür gewesen sein, dass die Grabkammer bis zu ihrer Entdeckung ungeöffnet bliebt – denn viele andere Gräber wurden längst geplündert.

• Die Bibliothek von Alexandria muss etwa im 3. Jahrhundert vor Christus entstanden sein und zählte bereits zu Beginn rund 500.000 Schriftstücke. Im Laufe der Zeit wurde sie immer weiter ausgebaut sowie ergänzt, jedoch überdauerte keine der Papyrusrollen bis heute. Ihre Inhalte blieben aber erhalten, da sie von den Mitarbeitern immer wieder abgeschrieben wurden.

• Die Tempelanlage Karnak zählt ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die größte Tempelanlage von Ägypten. Damit gehört sie zu den größten Tempelbauten der Antike und war eines der wichtigsten religiösen Zentren der damaligen Zeit.

Die Geschichte spiegelt sich also vielerorts im modernen Ägypten wider und macht es zu einem so spannenden Reiseziel – zu einem Reiseziel der Gegensätze. Denn auch an neuartigen Sehenswürdigkeiten oder Attraktionen mangelt es dem nordafrikanischen Land nicht.

Ägypten von seiner modernen Seite

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Heutzutage präsentiert sich Ägypten als ein fortschrittliches Land, welches den Sprung in die Moderne geschafft hat; wenn auch nicht ohne Hürden. Der Nil spielte dabei, wie schon im alten Ägypten, in wirtschaftlicher Hinsicht eine wichtige Rolle. Denn ohne den Nil wäre Ägypten als Wüstenstaat einzuordnen, doch er schenkt nicht nur wertvolles Wasser, sondern auch fruchtbaren Nilschlamm als Grundlage für die Landwirtschaft. Schon Herodot hat Ägypten daher einst als „Geschenk des Nils“ bezeichnet. Bereits vor mehr als 5.000 Jahren entwickelten die Ägypter daher erste Konzepte für eine Bewässerung mit Hilfe des Nils, indem sie das Wasser während der Hochflut in eingedämmte Becken leiteten. Im Jahr 1902 wurde schließlich der alte Staudamm von Assuan erbaut, der in den 1960er-Jahren erhöht wurde. Er spielt eine zentrale Rolle für die Landwirtschaft, die Sicherheit und die Stromgewinnung des Landes. Ebenso wie in vielen westlichen Ländern, findet in Ägypten seither ein Bevölkerungszuwachs und eine Urbanisierung statt. In diesem Zuge hat sich vor allem die Hauptstadt Kairo zur Megastadt mit zwölf Millionen Einwohnern entwickelt. Sie ist damit die größte Stadt des afrikanischen Kontinents. Dahingegen leben viele Einheimische abseits der urbanen Gebiete noch traditionell, beispielsweise als Beduinen. Somit hat Ägypten neben dem klassischen Badeurlaub oder den historischen Highlights auch allerhand moderne sowie kulturelle Attraktionen zu bieten:

• Ausflüge in traditionelle Beduinendörfer

• Besuch der Aussichtsplattform auf dem Kairo Tower

• Einkaufen auf einem arabischen Basar

• Feiern im Nachtleben von Alexandria

• Kamelritte am Strand oder in der Wüste

• Quad Tour durch die Wüste

• Schifffahrt auf dem Nil

Und damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Von historisch über kulturell oder religiös bis hin zu modern mangelt es Ägypten nicht an Sehenswürdigkeiten für Besucher aus aller Welt.

Fazit

Nicht ohne Grund ist Ägypten ein Land, das Filmemacher, Game-Designer & Co aus aller Welt fasziniert: Es ist ein Land der Gegensätze. Genau deshalb ist es ein so spannendes Reiseziel, das oftmals unterschätzt wird. Es bietet nämlich weit mehr als „nur“ hervorragende Bedingungen für einen Bade- oder Tauchurlaub. Hier können Besucher ins alte Ägypten eintauchen, orientalischen Flair genießen und moderne Großstädte erleben. Auch die Landschaften bieten vom fruchtbaren Nilschlamm über weitläufige Sandstrände bis hin zu karger Wüste viel Abwechslung und das Land fördert den Tourismus mittlerweile auch durch actionreiche Attraktionen. Es gibt somit viele gute Gründe, um nach Ägypten zu reisen. Denn auch, wenn die Ära der Hochkultur mittlerweile der Vergangenheit angehört, so ist doch ein faszinierendes Land geblieben. Wichtig ist nur, dabei die Grundregeln zur Sicherheit einzuhalten. Dann gibt es keinen Grund, um nicht nach Ägypten zu reisen – und sich dort auch aus der Hotelanlage heraus zu wagen.

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