Nachhaltige Kleidung – gut für den Planeten, gut für die eigene Gesundheit

04.11.2021 Immer mehr Menschen hinterfragen dieser Tage ihren ökologischen Fußabdruck. Wer nun nicht sofort ein E-Auto anschaffen oder mit PV- und Solaranlagen regenerative Energien auf dem eigenen Dach erzeugen kann, der findet im Alltag noch andere Möglichkeiten. Eine bewusste Ernährung mit regionalen und saisonalen Produkten oder die Vermeidung von Plastikmüll sind gute Beispiele dafür, wie kleine Veränderungen in Summe eine große Wirkung erzeugen können. Bei Mode und Fashion liegt ebenfalls eine Menge Potenzial, um an diversen Stellschrauben unserer Industriegesellschaft zu drehen und dabei auch noch die eigene Gesundheit zu fördern.

Volle Kleiderschränke mit Klamotten, die teilweise nie getragen werden. Produziert unter katastrophalen Bedingungen für Mensch und Umwelt liegen diese Güter oft ungetragen im Schrank oder werden nach kurzer Zeit weggeworfen. © Unsplash.com / Crew CC0 Public Domain

Was nachhaltige Kleidung von gewöhnlichen Klamotten unterscheidet

Ehe man sich mit den Auswirkungen von Kleidung auf die eigene Gesundheit befasst, könnte man einmal einen Blick auf die Herstellung „normaler“ Kleidung unter „normalen“ Produktionsbedingungen anschauen. Dabei macht der Preis keinen besonders großen Unterschied, denn sowohl Billig-Kleidung entsprechender Modeketten als auch teure Markenprodukte stammen meist aus den gleichen Produktionsstätten in Asien.

In Billigkleidung steckt viel Elend, dass Mensch und Umwelt gleichermaßen betrifft. Ausbeuterbetriebe mit Kinderarbeit, Rohstoffe fragwürdiger Herkunft und ungeklärt entsorgte Färbemittel sind eine gigantische Belastung.

Als nachhaltige Kleidung könnte man im ersten Schritt beispielsweise Second Hand Kleidung bezeichnen. Einmal produziert wird die bereits getragene Kleidung nicht mehr weggeworfen, wenn sie nicht mehr gefällt oder nicht mehr passt. Vielmehr wird sie zu günstigen Preisen in einem Second Hand Geschäft oder einer Online-Plattform angeboten und bekommt ein zweites Leben bei einer anderen Person. So wird die Kleidung ihrem Zweck entsprechend so lange getragen, bis das Gewebe nicht mehr hält.

Nachhaltige Kleidung sollte darüber hinaus aus Materialien bestehen, die unter ökologischen Aspekten angebaut und unter humanen Bedingungen abgebaut bzw. geerntet werden. Hier ist Bio-Baumwolle nur einer von vielen nachwachsenden Rohstoffen, der aber in „normaler“ Kleidung kaum vorkommt.

Nachhaltigkeit bedeutet darüber hinaus, dass die Verarbeitung der Rohstoffe unter menschenwürdigen Bedingungen stattfindet. Faire Löhne und Gehälter, aber auch Gesundheits- und Arbeitsschutz spielen hier in vielen „normalen“ Fabriken bis heute kaum eine Rolle.

Abschließend kann Nachhaltigkeit bei Kleidung durch Bio-Rohstoffe, Fairtrade oder synthetische Fasern den Planeten vor Ausbeutung und Verschmutzung schützen, gleichzeitig den produzierenden Menschen bessere Bedingungen gewähren. Dass nachhaltige Kleidung genauso schick aussieht, wie normale Kleidung sieht man beispielsweise auf https://www.zuendstoff-clothing.de/

Die Bedeutung von Fairtrade bei Kleidung

Fairtrade, also übersetzt fairer Handel, ist ein wichtiger Baustein bei der Herstellung und beim Verkauf nachhaltiger Kleidung. Fairtrade ist vielen Menschen bereits bei Produkten wie Kaffee oder Schokolade ein Begriff. Auch dort wird den Bauern in Südamerika oder Afrika die Gelegenheit geboten, zu fairen Preisen zu produzieren. Diverse Siegel geben dem Endverbraucher auf unserem Markt dann den wichtigen Hinweis, dass für die Produktion dieses Lebensmittels keine Menschen ausgebeutet wurden.

Die Handelskette bei Kleidung ist sehr vielschichtig und muss bei nachhaltiger Kleidung an diversen Stellen überwacht werden. Denn neben fair produzierten Rohstoffen wie Baumwolle werden auch Garne, Knöpfe, Reißverschlüsse, Nieten und viele weitere Materialien benötigt, um ein vollständig nachhaltiges Kleidungsstück zu produzieren. All diese Hersteller müssen bei Fairtrade zu fairen Bedingungen arbeiten können, bevor die Einzelteile dann in einer Textilfabrik unter ebenfalls fairen und menschenwürdigen Bedingungen zu einem Kleidungsstück werden.

Nachhaltige und faire Produkte sind oft deshalb teurer, weil die faire Bezahlung der gesamten Lieferkette in jedem Bereich mehr Geld kostet. Außerdem muss auch die Überwachung der Bedingungen irgendwie bezahlt werden, da sich in fernen Ländern ansonsten schnell wieder unfaire Bedingungen etablieren könnten.

Bei Fairtrade darf darüber hinaus auch nicht vergessen werden, unter welchen Bedingungen die diversen Materialien im Rahmen der Lieferkette vom Feld in die Fabrik und schlussendlich in den Regalen landen. Dieses Detail greift dann bereits ein nächstes Thema auf, nämlich die CO2-Bilanz von Kleidungsstücken.

Der gesundheitliche Aspekt ist individuell und global

Werden beim Anbau von Baumwolle unverantwortlich Pestizide verwendet, schadet dies der Gesundheit von Bauern und Erntehelfern. Färbemittel und Farbstabilisatoren, Bleichmittel und andere Giftstoffe spielen in den Textilfabriken eine wichtige Rolle. Was die Fabriken manchmal zum Brennen bringt, schadet auch den Näherinnen immens. Nicht nur die Haut an den Fingern, sondern auch die Augen und Schleimhäute werden vielfach stark gereizt.

Was in Fässern mit Gefahrmittelaufdruck angeliefert und dann in der Kleidung verarbeitet wird, kommt in vielen Ländern anschließend ungeklärt in den Wasserkreislauf. Vergiftete Flüsse beeinträchtigen Flora und Fauna vor Ort, belasten aber darüber hinaus auch das regionale Trinkwasser. Die Menschen und Tiere leiden also nochmal unter gewöhnlich produzierter Kleidung.

Wer neue Kleidung vor dem ersten Tragen einmal nicht in die Waschmaschine gibt, sondern mit der Hand im Waschbecken reinigt, der wird ziemlich überrascht sein. Mit warmem Wasser und einem Waschmittel lösen sich aus weißen Textilien Massen gelber Rückstände – nur ein Teil der giftigen Rückstände.

Rückstände der Pestizide und der in Textilfabriken verwendeten Gift- und Färbestoffe belasten über das Tragen von Kleidung auch den Organismus der Endverbraucher. Durch das Waschen gelangen die Rückstände zusammen mit Mikroplastik oder Bleichmitteln aus Waschmittel und Weichspüler wiederum in unseren Gewässern.

Second Hand Kleidung hat immer schon den Vorteil, dass sie ordentlich durchgewaschen und von Giftstoffen befreit ist. Gerade bei Babys, die ihre ersten Kleidungsstücke kaum einige Wochen tragen, ist Second Hand eine sehr gute Entscheidung.

Selbst nachdem die Kleidung ausgedient hat, kann sie den gesamten Planeten und auch die Gesundheit der Menschen noch einmal belasten. Denn schlussendlich wird Kleidung in den meisten Fällen verbrannt, sodass die sowieso schon enorm belastete Luft noch ein letztes Mal mit „normaler“ Kleidung belastet wird. Jeder Konsument tut daher gut daran, seinen Bedarf und die Wertigkeit von Fashion in seinem Alltag einmal zu hinterfragen.

Zur Produktion von Baumwolle werden auch in Bio-Qualität große Mengen Frischwasser benötigt. Sauberes Trinkwasser wird schon in wenigen Jahren zu einer hart umkämpften Ressource eines ausgezehrten Planeten werden. © Unsplash.com / Mia Moessinger CC0 Public DomainZur Produktion von Baumwolle werden auch in Bio-Qualität große Mengen Frischwasser benötigt. Sauberes Trinkwasser wird schon in wenigen Jahren zu einer hart umkämpften Ressource eines ausgezehrten Planeten werden. © Unsplash.com / Mia Moessinger CC0 Public Domain

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