Traumberuf Schulleitung? Für viele nichts zum Empfehlen

26.11.2021 Lehrkräftemangel, Corona, Bürokratie - viele Schulleitungen sind mit ihrem Job nicht mehr zufrieden. Auch Corona schlägt auf die Motivation durch. Weiterempfehlen würden viele den Beruf nicht mehr.

Immer mehr Schulleiterinnen und Schulleiter würden von dem Beruf abraten. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Demotiviert und ernüchtert - jeder fünfte Schulleiter unter 55 Jahren sieht sich in zehn Jahren nicht mehr in seinem Job.

Wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) zeigt, wollen 21 Prozent der unter 55-jährigen Schulleiter und Schulleiterinnen ihren Beruf dann voraussichtlich nicht mehr ausüben. 56 Prozent dieser Altersgruppe sehen sich weiterhin in als Direktorin oder Rektor einer Schule.

Fast die Hälfte der befragten Schulleiter und Schulleiterinnen (46 Prozent) würde den Beruf «wahrscheinlich nicht» oder «auf keinen Fall» weiterempfehlen. Bei den unter 40-Jährigen Führungskräften hält sogar fast jeder Vierte (24 Prozent) den Schulleiterberuf «auf keinen Fall» für empfehlenswert.

Tendenz schwindend?

Jede vierte Schulleitung (25 Prozent) macht die Arbeit nur noch ungern. Der Anteil verringerte sich damit leicht gegenüber der Befragung in der Corona-Krise im November 2020. Damals waren es noch 27 Prozent, 2019 hatten dagegen nur 4 Prozent geantwortet, ihren Beruf ungern auszuüben. In der Gesamtschau betrachtet, hat die große Mehrheit der Schulleitungen (75 Prozent) aber weiterhin eine positive Einstellung zu dem Beruf («eher gern» und «sehr gern»).

Die Corona-Krise schlägt allerdings auf die Arbeitsmotivation durch. So veränderte sie sich bei mehr als der Hälfte (52 Prozent) aller Befragten zum Negativen. Bei den unter 40-Jährigen gaben dies sogar 62 Prozent an. VBE-Verbandschef Udo Beckmann sagte: «Die Politik muss endlich verstehen: Wenn sie nichts ändert, werden wir die Jüngeren direkt zu Beginn ihrer Führungslaufbahn wieder verlieren, also bevor sie richtig begonnen haben.»

Größtes Problem: Lehrkräftemangel

Nach wie vor wird der Lehrkräftemangel am häufigsten als größtes Schulproblem genannt (46 Prozent). Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) haben an ihren Schulen mit Lehrkräftemangel zu kämpfen. 2019 war es noch die Hälfte. Besonders betroffen sind Förderschulen. Für ein Drittel (33 Prozent) der Schulleitungen zählen Corona und die Schutzmaßnahmen zu den derzeit größten Problemen. Die Politik erhält von den Befragten mit Gesamtnote 4,2 ein schlechtes Zeugnis.

Ein Lichtblick ist die digitale Ausstattung an den Schulen. 93 Prozent der Befragten gaben an, Anträge auf Geld aus dem Digitalpakt gestellt zu haben. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) bejahten die Frage nach Breitbandinternet und Wlan in den Klassenräumen. Auch Klassensätze an Tablets und Smartphones für die Schüler waren für 71 Prozent der Schulleitungen verfügbar.

© dpa-infocom GmbH

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