Fit für den technologischen Wandel: Sechs Berufe mit Zukunftsperspektive

24.11.2021 Der technologische Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Immer mehr berufliche Tätigkeiten werden durch die fortschreitende Digitalisierung überflüssig. Welche Jobs sind auch in Zukunft sicher?

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Der technologische Wandel ist Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite macht er mit neuen Innovationen wie dem Smartphone oder Haushaltsrobotern unser Leben einfacher und bequemer. Auf der anderen Seite verändert er aber auch das Arbeitsleben und macht viele Berufe obsolet. Denn viele Tätigkeiten können durch Maschinen effizienter und damit wirtschaftlicher ausgeführt werden.

Ein gutes Beispiel sind die Fertigungsstraßen in der Automobilindustrie, wo heute nur noch wenige Menschen arbeiten. Die bauen auch nicht mehr die Autos zusammen, sondern sind lediglich für die Steuerung der Fertigungsroboter verantwortlich. Maschinen können zum Beispiel aber auch als Servicekraft in der Gastronomie eingesetzt werden.

Es gibt aber Jobs, die auch langfristig nicht von Maschinen übernommen werden können. Zudem entstehen durch den technologischen Fortschritt auch völlig neue Berufe. Zukunftssicher sind vor allem die Tätigkeiten, bei denen menschliche Kompetenzen wie Empathie, Kreativität oder emotionale Intelligenz essentiell sind.

Lehrer und Erzieher:

In vielen Schulen wird der Lernprozess mittlerweile durch den Einsatz von Tablets gestützt. Die können eine sinnvolle Lernhilfe sein. Maschinen können Kinder aber nicht dabei helfen, sich emotional mit ihren menschlichen Eigenschaften auseinanderzusetzen.

In den pädagogischen Berufen steht neben der fachlichen Vermittlung von Wissen die Menschlichkeit im Mittelpunkt. Einer KI wäre es beispielsweise nicht möglich, bei Streitigkeiten unter Schülern sinnvoll und schlichtend einzugreifen. Denn um emotional auf die jungen Heranwachsenden einzuwirken, ist Empathie einer der wichtigsten Fähigkeiten für die sinnvolle Begleitung der geistigen Entwicklung von Kindern.

Kranken- und Altenpfleger:

Aufgrund des Fachkräftemangels, der gerade in den letzten Jahren zu einem zentralen gesellschaftlichen Thema geworden ist, gibt es viele offene Stellen. Wegen des demografischen Wandels und dem Wachstum der Weltbevölkerung wird es in Zukunft noch mehr pflegebedürftige Menschen geben als heute. Und die brauchen vor Allem eins: Menschlichkeit.

Genauer gesagt Einfühlungsvermögen, Verständnis, Nähe und Empathie. Eine Maschine kann zwar Aufgaben wie das Bettenmachen übernehmen, sie kann aber keine emotionale Stütze für einen leidenden Menschen sein. Nur Mitmenschen können Wärme vermitteln. Das schaffen sie sogar nur durch ihre bloße Anwesenheit.

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Online Marketing Manager:

Sie sind Spezialisten für alle Marketing-Maßnahmen, die online durchgeführt werden. Zu ihren Hauptaufgaben gehören der Aufbau einer Unternehmenswebseite, des eigenen Onlineshops oder der Präsentation der Produkte auf fremden Verkaufsplattformen wie Amazon. Sie planen Online-Kampagnen und treten mit Influencern auf YouTube in Kontakt, damit diese die Produkte des Unternehmens ihrer Community präsentieren.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Online Marketings ist die Suchmaschinenoptimierung – kurz SEO. Diese Disziplin beschäftigt sich damit, wie ein Unternehmen bei Suchanfragen möglichst weit oben in den Suchergebnissen bei Google erscheint. Um das zu erreichen, arbeiten sie mit einer weiteren Berufsgruppe zusammen, die eine langfristige Perspektive in der Berufswelt von morgen hat:

Content Manager / Online Redakteure:

Sie sind dafür zuständig, Inhalte für das Internet zu verfassen. Sie schreiben zum Beispiel Texte für Unternehmens-Homepages, Produktbeschreibungen oder auch Blogartikel. Innerhalb der Blogartikel wird das Unternehmen erwähnt und verlinkt. So entstehen sogenannte Rückverweise oder Backlinks. Diese Links zählen zu den wichtigsten Faktoren, wenn es darum geht, wie relevant Google eine Internetseite bei einer Suchanfrage einschätzt. Je mehr Backlinks zu einem Unternehmen im Internet existieren, desto relevanter wird dieses von den Suchmaschinen eingestuft.

In modernen Agenturen arbeiten Online Marketing Manager und Content Manager zusammen, um diese wertvollen Backlinks für Unternehmen zu generieren. Diese Branche hat eine langfristige Perspektive, denn um solche Artikel schreiben zu können, braucht man nicht nur ein gutes sprachliches Verständnis, sondern auch ein Gespür für Trends und Kreativität.

UX-Designer:

UX ist die Abkürzung für User Experience. Auf Deutsch übersetzt würde der Beruf „Benutzererfahrungsgestalter“ heißen. Die Benutzererfahrung bezeichnet im Wesentlichen das Erlebnis, das im Umgang mit Programmen und deren grafischen Oberflächen entsteht. Das kann einer Internetseite oder einer App sein.

Der UX-Designer ist dafür verantwortlich, das Erscheinungsbild optisch ansprechend zu gestalten. Mit dem Design einer funktionalen und übersichtlichen Struktur ermöglicht er Nutzern darüber hinaus eine einfache und intuitive Bedienung.

Dazu gehört auch die Auswahl einer geeigneten und gut lesbaren Schriftart oder die Gestaltung intuitiv erfassbarer Symbole. Besonders bei Apps, die auf einem kleinen Bildschirm dargestellt werden, können Symbole platzsparender Informationen bereitstellen als Text. Sie bestimmen also in großem Umfang die Benutzerfreundlichkeit der Anwendungen und haben dabei die Ansprüche ihrer Mitmenschen immer im Blick.

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Social Media Manager:

Die sozialen Medien gehören zur heutigen Gesellschaft einfach dazu. Interaktion und auch Werbung findet zu einem großen Teil im Internet statt. Firmen treten über ihre Social Media Accounts in Kontakt mit ihrer Zielgruppe. Die wiederum kann über diese Kanäle direkt mit dem Unternehmen kommunizieren.

Social Media Manager kümmern sich aber nicht nur darum, dass ständig neuer und aktueller Content gepostet wird, sie sind auch für das sogenannte Community Management verantwortlich. Das bedeutet, sie organisieren die Kommunikation zwischen dem Unternehmen und der Zielgruppe. Dazu gehört auch die Krisenkommunikation. Da die Menschen immer sensibler für Themen wie Gleichbehandlung oder Nachhaltigkeit werden, kann bei Nichteinhalten dieser Werte, zum Beispiel in einem Werbespot, schnell ein Shitstorm auf das Unternehmen hereinbrechen.

Social Media Manager greifen auf ihre kommunikativen Stärken zurück, um die Wogen zu glätten und zwischen den Fronten zu vermitteln. Dazu nutzen sie menschlichen Kompetenzen wie Empathie und emotionale Intelligenz.

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