Tilgungsrate, Schufa-Score & Co. - Was ist bei Krediten zu beachten?

25.05.2021 Die Aufnahme eines Kredits ist mit verschiedenen bürokratischen Aufgaben verbunden. Hierbei spielen Fachbegriffe wie der Schufa-Score, die Haushaltsrechnung oder die Tilgungsrate eine Rolle. Außerdem sollten sich Kreditnehmer mit Zinsfestschreibungen auskennen und wissen, was unter Umschuldungen und Anschlussfinanzierungen zu verstehen ist. Nur dann sind sie in der Lage, einzelne Angebote zu vergleichen und das für sie beste herauszufinden. Dieser Artikel stellt verschiedene Fachbegriffe vor, die bei der Auswahl eines Kredits unbedingt berücksichtigt werden sollten.

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, sollte bestimmte Fachbegriffe unbedingt kennen. © pixabay.com / Willfried Wende CCO Public Domain

Diese Kreditarten gibt es

Kreditinstitute vergeben unterschiedliche Kreditarten, die sich für jeweils andere Projekte eignen. Grundsätzlich ist es möglich, einen allgemeinen Konsumentenkredit aufzunehmen, dieser ist aufgrund der damit verbundenen Flexibilität aber häufig teuer. Wer genau weiß, wofür das Geld investiert werden soll, spart durch die Wahl eines passenden Kredits eine Menge Geld.

Zu den Klassikern unter den Krediten gehört der Immobilienkredit. Dieser kann sowohl für den Kauf als auch für den Bau eines Hauses genutzt werden. In einigen Fällen ist es möglich, Immobilienkredite für Renovierungen und Modernisierungsmaßnahmen zu nutzen. Alternativ können Baukredite und Baufinanzierungen zum Einsatz kommen. Wer sich ein neues Fahrzeug anschaffen möchte, liegt mit einem Autokredit richtig. Wer hingegen Geld für die Anschaffung von Haushaltsgeräten oder vergleichsweise günstigen Artikeln benötigt, kommt mit einem Kleinkredit zurecht. Grundsätzlich ist es möglich, einen Kredit ohne Schufa aufzunehmen, aufgrund des hohen Risikos für die Kreditgeber sichern sich diese oft über entsprechende Kreditkonditionen ab.

Was hat es mit dem Schufa-Score auf sich?

Bevor Banken und Kreditinstitute einen Kredit vergeben, nehmen sie einen Bonitätscheck der Antragsteller vor. Das bedeutet, dass sie genau prüfen, wie es um die Zahlungsfähigkeit und die Zahlungsmoral eines Menschen gestellt ist. Hierbei prüfen sie unter anderem, ob bereits Kredite vorliegen, ob Mobilfunkverträge abgeschlossen wurden und ob bestehende Rechnungen immer pünktlich bezahlt werden.

Um einen professionellen und objektiven Eindruck von den Interessenten zu bekommen, benötigen die Banken und Kreditinstitute eine Vielzahl von Informationen. Diese bekommen sie von Auskunfteien wie der Schufa. die Schufa ermittelt anhand der vorliegenden Daten zu den Finanzen einer Person einen sogenannten Schufa-Score. Dieser sagt recht deutlich, wie es um die Bonität einer Person bestellt ist und ob es sinnvoll oder riskant ist, ihr einen Kredit zu gewähren. Diesen Schufa-Score ziehen Banken und Kreditinstitute zusammen mit einer Selbstauskunft der Kreditnehmer und verschiedenen anderen Kriterien bei ihrer Bewertung heran.

Das ist unter einer Haushaltsrechnung zu verstehen

Die Haushaltsrechnung hilft Banken dabei, Kreditnehmer und ihre Bonität professionell einzuschätzen.
 © pixabay.com / Michael Schwarzenberger CCO Public DomainDie Haushaltsrechnung hilft Banken dabei, Kreditnehmer und ihre Bonität professionell einzuschätzen. © pixabay.com / Michael Schwarzenberger CCO Public Domain

Eine Haushaltsrechnung ist ein wesentlicher Bestandteil der Bonitätsprüfung von Banken und Kreditinstituten. Sie stellen die Einnahmen eines Kreditgebers den Ausgaben übersichtlich einander gegenüber. Indem die monatlichen Kosten von dem zur Verfügung stehenden Geld abgezogen wird, ergibt sich die Summe, die einem Kreditnehmer monatlich für die Rückzahlung eines Kredits oder andere Aufgaben bleibt.

Bei der Haushaltsrechnung werden sämtliche Geldflüsse berücksichtigt. Auf diese Weise möchte sich die Bank beziehungsweise das Kreditinstitut absichern und das Risiko von Kreditausfällen minimieren. In die Haushaltsrechnung fallen unter anderem die Informationen, die die Kreditnehmer in ihrer Selbstauskunft mitgeteilt haben. Ebenso werden die Schufa-Daten in die Rechnung integriert, um ein möglichst objektives Bild zu bekommen. Abhängig vom Ergebnis der Haushaltsrechnung ergibt sich, ob ein Kredit bewilligt werden kann und wenn ja, in welcher Höhe.

Was genau ist die Tilgungsrate?

Wenn Menschen einen Kredit aufnehmen, müssen sie nicht nur die Kreditsumme zurückzahlen, sondern auch die für den Kredit anfallenden Zinsen begleichen. In der Regel ist es nicht möglich, die Kreditsumme auf einen Schlag zurückzuzahlen. Deswegen vereinbaren die Kreditnehmer eine monatliche Rate, die sie an die Bank bezahlen. Diese setzt sich aus der Tilgungsrate und dem Zinsbetrag zusammen und bildet somit die Annuität.

Der Zinsbetrag ergibt sich anhand der Kreditzinsen, die bei Abschluss des Kreditvertrags vereinbart wurden. Die Tilgungsrate meint den Anteil der Kreditsumme, der monatlich zurückgezahlt wird. Mit sinkender Kreditschuld sind immer weniger Zinsen zu zahlen, wodurch kontinuierlich höhere Tilgungsraten möglich werden. Sobald die Tilgung erfolgt ist und alle Zinsen bezahlt wurden, ist ein Kredit vollständig zurückgezahlt.

Die Wichtigkeit einer sinnvollen Zinsfestschreibung

Wenn ein Kredit aufgenommen wird, vereinbaren die Bank und die Kreditnehmer in der Regel eine sogenannte Zinsfestschreibung beziehungsweise Zinsbindungsfrist. Hiermit ist gemeint, dass die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses marktüblichen Zinsen für einen klar definierten Zeitraum festgeschrieben sind. Sowohl die Banken als auch die Kreditnehmer bekommen somit Planungssicherheit und können einschätzen, welche Zinsen sie in den kommenden Jahren für Ihren Kredit zu zahlen haben.

Ob eine Zinsfestschreibung sinnvoll ist, hängt von den Entwicklungen am Markt ab. Wenn die Kreditzinsen steigen, ist es für Verbraucher günstig, wenn sie eine lange Zinsfestschreibung vereinbart haben. Sie profitieren dann dauerhaft von den niedrigen Konditionen bei Vertragsabschluss, wodurch der Kredit preiswert bleibt. Sinken die Kreditzinsen jedoch, haben die Kreditnehmer ein Problem. Sie müssen weiter die vergleichsweise hohen Zinsen zahlen und haben nicht die Möglichkeit, von der neuen Marktsituation zu profitieren.

Darum sind Umschuldungen und Anschlussfinanzierungen sinnvoll

Der Kapitalmarkt ist ständigen Wandlungen und Veränderungen unterworfen. Das zeigt sich nicht zuletzt an den Kreditzinsen. Diese sind nicht in Stein gemeißelt, sondern schwanken teilweise stark. Aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB sind die Kreditzinsen aktuell konstant auf einem extrem niedrigen Niveau, das muss allerdings nicht so bleiben. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Kreditzinsen anziehen, wenn die Nachfrage spürbar steigt, die Inflation an Fahrt gewinnt oder die Niedrigzinspolitik zurückgefahren wird.

Andersherum kann es passieren, dass Kreditzinsen am Markt sinken. In diesem Fall zahlen Verbraucher noch hohe Preise, obwohl am Markt günstigere Kredite zu haben wären. In diesem Fall ist eine Umschuldung sinnvoll. Das bedeutet, dass die Kreditnehmer einen neuen, günstigen Kredit aufnehmen, um einen alten, teuren Kredit abzubezahlen. Ebenso kann eine Anschlussfinanzierung genutzt werden. Diese greift immer dann, wenn die Zinsfestschreibung ausgelaufen ist. Hier kann mit der Hausbank oder einem anderen Kreditinstitut ein neuer Kredit vereinbart werden, bei dem die aktuellen Marktzinsen berücksichtigt werden.

Fazit

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, sollte sich mit bestimmten Fachbegriffen auseinandersetzen. Hierzu gehören unter anderem der Schufa-Score und die Haushaltsrechnung. Außerdem müssen Kreditnehmer wissen, was unter einer Tilgungsrate zu verstehen ist und wie sie von Zinsfestschreibungen profitieren können. Nicht zuletzt ist es häufig sinnvoll, sich mit Umschuldungen und Anschlussfinanzierungen auseinanderzusetzen, um nicht in einem teuren Kreditvertrag stecken zu bleiben, sondern von den sich verbessernden Konditionen am Markt zu profitieren.

© P.T.

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