2021 wird wohl gutes Pilzjahr in weiten Teilen Deutschlands

03.08.2021 Die Körbe der Pilzsammler waren in den vergangenen Jahren oft nur mäßig gefüllt. Wegen Trockenheit fiel die Pilzsaison manchmal so gut wie aus. Wird dieses Jahr nun ganz anders?

Drei Steinpilze wachsen eng beieinander. Experten blicken positiv auf die kommende Pilzsaison. Die Witterung im Sommer 2021 begünstigt das Wachstum für Speisepilze. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Pilzsammler können sich 2021 voraussichtlich auf ein gutes Jahr einstellen. «Im Vergleich zur Situation in den letzten Jahren sind die Witterungsbedingungen in diesem Jahr bisher wesentlich günstiger für die Pilzwelt.»

Bleibe das Wetter so wechselhaft, könne man «sehr optimistisch in die Pilzhauptsaison im Herbst blicken», sagt Stefan Fischer, Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, der Deutschen Presse-Agentur.

Bodenfeuchtigkeit mit regionalen Unterschieden

Bei der Durchnässung gebe es allerdings starke regionale Unterschiede, betont Fischer in Zeitz (Sachsen-Anhalt). «In den tieferen Bodenschichten bestehen immer noch große Feuchtigkeitsdefizite, besonders für die Bäume der Wälder. Dies betrifft besonders stark Sachsen-Anhalt und Brandenburg.» Die bessere Oberflächenfeuchtigkeit führe außerdem zu einer stärkeren Verkrautung in einigen Wäldern. «Das ist nicht so günstig für die Pilze. Die Bedingungen für ein gutes Pilzwachstum haben sich aber verbessert, werden aber nicht überall zum Tragen kommen.»

Ganz genau könne man die Situation im Herbst, der Hauptsaison der Pilze, noch nicht voraussehen, betont Fischer. «Zu einem guten Pilzjahr gehört auch die Vielfalt der Arten, die ist momentan noch nicht überall gegeben. Durch den Klimawandel wird es langfristig besonders zu einer Veränderung der Vorkommensgrenzen einzelner Pilzarten kommen. Kälteliebende Arten werden sich in höhere Lagen zurückziehen und wärmeliebende Arten stärker nordwärts ausbreiten.»

Ein gutes Pilzjahr erwarten zum Beispiel die Pilzsammler in Rheinland-Pfalz. «Ich bin viel optimistischer als letztes und vorletztes Jahr, da war es trocken», sagte die Expertin Herta Hahn im pfälzischen Hochspeyer. Im Moment sei die Artenvielfalt zwar noch nicht so groß. Allmählich gebe es aber alles, was Pilzwachstum benötige, betonte Hahn. «Ich denke, es wird ein gutes Pilzjahr.» Es habe viel geregnet. «Ich hoffe, die Pilze kommen nun allmählich.»

Nicht nur Speisepilze - auch Pilzbefall

Ähnlich äußerte sich der Pilzsachverständige Helmut Kolar aus Koblenz. Zuletzt habe er schon Steinpilze, Rotfüßchen und verschiedene Champignonarten gefunden.

Auch in den sächsischen Wäldern gibt es Optimismus, was Steinpilze, Maronen oder Wiesenchampignons angehe. Gerade im Juli hat es dem Deutschen Wetterdienst zufolge überdurchschnittlich viel geregnet. «Die Feuchtigkeit kommt den Pilzen zugute», sagte Renke Coordes von Sachsenforst. Wer Pilze sammle, solle aber aufpassen und sich im Zweifelsfall eine Expertenmeinung einholen. Einige Pilze hätten gefährliche Doppelgänger - so sind etwa der Wiesenchampignon und der giftige Knollenblätterpilz leicht zu verwechseln.

Das Wetter fördert außerdem nicht nur Speisepilze. Sachsenforst habe in diesem Jahr mit Pilzbefall an vielen Bäumen zu kämpfen, sagte Coordes. Betroffen seien etwa Eschen im Leipziger Auwald, dort gebe es ein regelrechtes Eschensterben. «Die Pilze nutzen aus, dass die Bäume nach den Dürrejahren 2018 und 2019 geschwächt sind.»

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