Strampeln ohne Stress

22.10.2021 Emissionsfrei, wendig und gesund: Das Lastenrad hat für Unternehmen, Kommunen und Vereine zahlreiche Vorteile, wie ein großer Praxistest ergeben hat. Ein paar Nachteile gibt es allerdings auch.  

Im DLR-Test konnte das Lastenrad überzeugen © DLR

SP-X/Köln. Das Lastenrad ist nicht selten Ziel von Witzeleien. Betrachtet man es sachlich, spricht jedoch vieles für den vergleichsweise umweltfreundlichen Lieferwagen-Ersatz. Das zumindest legt ein Forschungsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nahe. Nach 300.000 Testkilometern von 750 Unternehmen, Vereinen und kommunalen Einrichtungen haben sie die wichtigsten Vorteile des Gütertransports per Fahrrad identifiziert.  

Keine Parkplatzsuche: Jedes Jahr verbringen deutsche Autofahrer zusammengenommen fast zwei komplette Tage mit der Suche nach Plätzen, wo sie ihr Auto abstellen können. Ein wendiges Lastenfahrrad ist mit seinen handlicheren Abmessungen deutlich flexibler und flotter abgestellt. Auch das Be- und Entladen sei deutlich entspannter, sagten dem DLR zufolge viele Teilnehmer.  

Gesunde und zufriedene Mitarbeiter: Wer das Auto gewohnt ist, wird von dem Gedanken, selbst in die Pedale treten zu müssen, nicht begeistert sein, könnte man meinen. Der große Praxistest belegte das jedoch nicht. Stattdessen wurde das Radeln während der Arbeitszeit oft als Verbindung von Angenehmem und Nützlichem bewertet.  

Wenig Einfahrtsbeschränkung: Überall, wo man mit dem klassischen Fahrrad lang kann, kann man auch mit dem Lastenrad fahren. Anders als für den Lieferwagen oder Pkw sind weder Parks noch für den Radverkehr freigegebene Fußgängerzonen tabu. Das spart in vielen Fällen Zeit, Stress und lange Fußwege. Die Praxistester freuten sich zudem darüber, mit dem Lastenrad viele Staus umgehen zu können. Im Ergebnis nahmen sie die Fahrten mit dem neuen Verkehrsmittel als zuverlässiger und planbarer wahr.  

Imagegewinn: Vor der Tür des Kunden macht sich das Lastenrad deutlich besser als ein nagelnder Dieselmotor. Und auch von Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern wird das Fahrzeug der Studie zufolge meist freundlich wahrgenommen. Gerade Unternehmen, denen eine grüne Außenwirkung wichtig ist, können von einem Werbeeffekt profitieren.  

Umweltschutz: Nach DLR-Berechnungen können Unternehmen mit einem Lastenrad bis zu eine Tonne CO2 pro Jahr einsparen. Im Mittel sind es immerhin 400 Kilogramm. Darüber hinaus fallen vor Ort auch keine anderen Luftschadstoffe wie Stickoxid an.  

In der Studie kommen allerdings auch negative Eigenschaften der Lastenräder zur Sprache. So beklagten sich viele Teilnehmer über die sehr hohen Preise. Moniert wurden teilweise auch Handhabung und Fahrkomfort – dabei vor allem der fehlende Schutz gegen Regen. Insgesamt konnten die Räder aber überzeugen: Nach Abschluss des Tests schaffte sich ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen ein Lastenrad an.

© Spot Press Services GmbH

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