Die elektrische Business-Klasse

06.09.2021 Nach dem neuen Elektro-Flaggschiff EQS kommt nun der einen Nummer kleinere EQE. Optik und Technik fallen ähnlich aus.

SP-X/München. Mercedes stellt der elektrischen Oberklasselimousine EQS einen kleineren Bruder zur Seite. Der EQE ist die batteriebetriebene Entsprechung der E-Klasse und tritt ab 2022 vor allem gegen Teslas Model S an. Die Reichweite des Business-Gleiters beträgt bis zu 660 Kilometer.

Optisch orientiert sich der EQE mit seiner windschnittigen Karosserie am EQS. „One-Bow“-Design – „Ein-Bogen-Design“ - nennt Mercedes den aerodynamisch optimierten Stil mit kurzer Fronthaube, weit nach vorne gezogenem Passagierabteil, fließender Dachlinie und kurzem Heck. Mit 4,95 Metern Länge streckt sich die Elektro-Limousine knapp zwei Zentimeter mehr als die E-Klasse, das Platzangebot innen soll aber eher S-Klasse-Niveau haben. Blickfang im Cockpit ist der aus dem EQS bekannte Hyperscreen-Bildschirm, der sich über die gesamte Fahrzeugbreite zieht.

Zur Markteinführung gibt es zunächst zwei Antriebsvarianten. Mercedes nennt nur den EQE 350 mit Hinterradantrieb und einem 215 kW/292 PS Permanentsynchronmotor, der von einer 90 kWh großen Batterie mit Energie versorgt wird. Die Reichweite gibt der Hersteller mit 545 bis 660 Kilometern an, je nach Ausstattung. Für Wallbox und AC-Ladesäule stehen zwei Bordlader-Ausführungen mit 11 und 22 kW zur Wahl, am Schnelllader tankt der Mercedes mit maximal 170 kW. Auf ein 800-Volt-Bordnetz, das den Vorgang beschleunigen würde verzichten die Stuttgarter. In Japan beherrscht der EQE auch das bidirektionale Laden, also das Rückspeisen von Energie in das Haushalts-Stromnetz. In Europa ist diese Funktion zunächst nicht vorgesehen.

Für handliches Fahrverhalten ist optional eine mitlenkende Hinterachse zu haben, die den Wendekreis in der Stadt verringert und das Fahrzeug darüber hinaus beim Spurwechsel oder Ausweichen stabilisiert. Ebenfalls gegen Aufpreis gibt es eine Luftfederung. Auf der Ausstattungsliste stehen darüber hinaus weitere Posten, die man teilweise schon vom EQS kennt. Darunter das „Digital Light“ mit intelligenter Lichtverteilung und die bei Annäherung automatisch öffnenden Türen. Ebenfalls zu haben ist eine Klimaanlage mit hocheffektivem HEPA-Filter, wie man ihn sonst eher aus Operationssälen im Krankenhaus kennt.

Einen Preis für den EQE nennt Mercedes noch nicht. Der EQS ist mit rund 106.000 Euro kaum teurer als eine bessere S-Klasse, was für den kleineren E-Klasse-Ableger Preise im Bereich von 75.000 Euro erwarten lässt.

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