Wohnungslüftung 2.0: So funktioniert lüften heute

03.11.2021 Wer früher frische Luft in seine Wohnung bringen wollte, musste dafür regelmäßig die Fenster in den einzelnen Räumen öffnen. Heutzutage funktioniert die Belüftung der Wohnung wesentlich einfacher: Besitzer einer Lüftungsanlage können sich entspannt zurücklehnen und bei einer angenehmen Raumtemperatur die frische und gefilterte Raumluft genießen. Luxus ist das schon lange keiner mehr. Denn in den letzten Jahren sind die Lüftungsanlagen wesentlich günstiger geworden und werden zum Teil sogar vom Staat gefördert.

Frischluft satt: Eine Lüftungsanlage transportiert die verbrauchte Luft nach außen und leitet die frische Luft von außen in die Innenräume. © Pixabay.com / Nika_Akin CCO Public Domain

Was ist eine Lüftungsanlage?

Bei einer Lüftungsanlage handelt es sich um ein System, dass dafür sorgt, die verbrauchte Luft in der Wohnung gegen frische und schadstoffarme Luft von außen auszutauschen.

Ein Außenventilator saugt dabei die Luft von außen an und leitet sie über einen entsprechenden Kanal in die an die Anlage angeschlossenen Räume.

Dabei wird zwischen zwei unterschiedlichen Arten unterschieden: zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen.

Zentral oder dezentral: Was ist der Unterschied?

Eine zentrale Lüftungsanlage besteht aus einem Netz von Lüftungskanälen, die die einzelnen Räume mit einem zentralen Ventilator verbinden. Die verbrauchte Luft aus den Innenräumen wird dabei in den Abluftrohren ins Freie befördert, die Zuluft gelangt in den meisten Fällen über Gitter in der Fassade in die Innenräume.

Mittlerweile hat sich die Technik der Anlagen stark weiterentwickelt. Zum Einsatz kommen deshalb fast nur noch Anlagen, die einerseits die Außenluft aktiv ansaugen und verteilen und andererseits die verbrauchte Abluft absaugen. Die Lüftungen bei der Ansaugung sind mit Filtern ausgestattet, die verhindern sollen, dass Pollen oder Staubpartikel ins Innere gelangen. Deshalb stellen die Lüftungsanlagen vor allem für von Pollen geplagte Allergiker einen großen Zugewinn an Lebensqualität dar.

Bei Neubauten kommen zentrale Lüftungsanlagen sehr oft zum Einsatz. Da sich der nachträgliche Einbau jedoch oftmals sehr schwierig gestaltet, sind sie zur Nachrüstung bei bestehenden Häusern nur bedingt geeignet. Darüber hinaus ist der Planungsaufwand für die Anlage sehr hoch.

Im Gegensatz zu den zentralen Lüftungsanlagen handelt es sich bei den dezentralen Lüftungsanlagen um kein ganzheitliches Konzept. Sie werden nur raumweise eingesetzt, um die Luft an einzelnen Orten, vor allem in der Küche und im Badezimmer, zu verbessern.

Es gibt unterschiedliche Arten von dezentralen Lüftungsanlagen. Bei einer sogenannten Abluftanlage gelangt die verbrauchte Luft über einen Schacht nach außen und die Frischluft kommt über kleine Öffnungen an den Fenstern oder den Außenwänden in die Wohnung. Bei einer Zuluftanlage wird die Frischluft hingegen mit einem Ventilator aktiv angesaugt und in die Innenräume befördert.

Welche Vorteile und Nachteile hat eine Lüftungsanlage?

Der Einbau einer Lüftungsanlage bringt viele Vorteile mit sich:

• Die Wohnung muss nicht mehr manuell belüftet werden

• Luftfilter sorgen dafür, dass Pollen und Staub nicht in die Wohnung gelangen

• Schadstoffe werden regelmäßig aus der Wohnung entfernt

• Bei großem Außenlärm sorgt die Anlage ohne Fensteröffnung für frische Luft

• Es besteht ein sicherer Schutz vor Schimmel und Feuchteschäden in der Wohnung

• Auch bei Abwesenheit bleibt die Wohnung gut durchlüftet

Allerdings müssen dafür auch ein paar Nachteile in Kauf genommen werden:

• Der Einbau ist mit Investitionskosten verbunden

• Nicht überall ist eine Nachrüstung einfach möglich

• Die Filter müssen regelmäßig gereinigt und gewechselt werden

• Die Ventilatoren erzeugen eventuell Strömungsgeräusche

• Da viele Anlagen Strom benötigen, steigen die Stromkosten

Die Lüftungsanlage bietet einen guten Schallschutz in verkehrsreichen Gegenden und sorgt mit entsprechenden Filtern auch hier für eine saubere Raumluft. © Pixabay.com / Pixel2013 CCO Public DomainDie Lüftungsanlage bietet einen guten Schallschutz in verkehrsreichen Gegenden und sorgt mit entsprechenden Filtern auch hier für eine saubere Raumluft. © Pixabay.com / Pixel2013 CCO Public Domain

Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung

Moderne Lüftungsanlagen sind mit Wärmerückgewinnungssystemen ausgestattet, die dazu in der Lage sind, bis zu 90 Prozent der Wärme wieder zurückzugewinnen. Dabei überträgt ein Wärmetauscher die Wärme der Luft, die nach außen befördert wird auf die Zuluft, die von außen einströmt.

Da die Anlage einen großen Teil der Abluft auffängt, lassen sich dadurch die Heizkosten erheblich reduzieren. Die Effizienz dieser Lüftungsanlagen ist am Wärmerückgewinnungsgrad beziehungsweise der Rückwärmezahl erkennbar. Dieser Wert wird bei der Produktbeschreibung in Prozent angegeben und gibt an, wie viel sich von der Wärme der verbrauchten Luft auf die frische Luft übertragen lässt.

Effiziente Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind in der Lage, die Temperatur in Räumen dauerhaft bei 14 Grad Celsius zu halten, selbst wenn die Außentemperaturen bei minus 14 Grad Celsius liegen.

Was kostet eine Lüftungsanlage?

Beim Einbau einer Lüftungsanlage handelt es sich um einmalige Kosten. Je nach Typ der Anlage kann eine Nachrüstung große bauliche Maßnahmen erforderlich machen. Laufende Kosten entstehen für die Wartung der Anlage durch den Filterwechsel und die Reinigung sowie für die benötigte Energie.

In Einfamilienhäusern liegen die Investitionskosten bei rund 5.000 bis 10.000 Euro. Für den Strom sollten jährlich etwa 50 bis 100 Euro budgetiert werden, die Erneuerung der Filtersätze kostet rund 40 bis 50 Euro.

In einem Mehrfamilienhaus betragen die Investitionskosten etwa 4.000 bis 8.000 Euro pro Wohnung. Durch den gemeinsamen Betrieb entstehen etwas weniger Stromkosten von rund 40 bis 80 Euro, die Kosten für die Erneuerung der Filtersätze bleiben jedoch mit 40 bis 50 Euro gleich.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung werden vom Staat gefördert, da sie dabei helfen, Energie zum Heizen zu sparen und somit die Umwelt entlasten. Auf der Webseite von co2online gibt es einen Fördermittel-Check, der nach Eingabe weniger Grundparameter schnell und einfach Auskunft zu den individuellen Fördermöglichkeiten bietet.

Welche Lüftungsanlage bei welchen Voraussetzungen?

Für Neubauten sind vor allem zentrale Lüftungsanlagen zu empfehlen, da der Einbau schon in der Planungsphase berücksichtigt werden kann. Dadurch sind die Investitionskosten wesentlich geringer als bei einer Nachrüstung.

Bei bestehenden Gebäuden, die über keine externen Lüftungskanäle verfügen, eignen sich hingegen dezentrale Lüftungsanlagen wesentlich besser. Sie sind nach einer Bohrung durch die Außenwand einfach zu montieren. Das gilt jedoch nur für sanierte oder teilsanierte Gebäude, im unsanierten Altbau hat eine Lüftungsanlage leider keinen Sinn.

Für Wohnungen oder einzelne Räume sind ebenfalls dezentrale Lüftungsanlagen die bessere Wahl. Sie sind kostengünstig und in den meisten Fällen einfach zu montieren. Wird die komplette Anlage saniert, lässt sich die Anlage optimieren, indem entsprechende Lüftungskanäle im Gebäude verlegt werden.

© fl

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