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So haben Sie lange Freude am Kaktus des Jahres

Saftig rot, aber stachlig: Der «Kaktus des Jahres 2023» hat und ist etwas ganz Besonderes. Wie Sie ihn am besten pflegen - und warum die Drachenfrucht für ihn wichtig ist.
Erdbeerkaktus
Kugel-Kombi: Erdbeerkaktus aus der Gattung Gymnocalycium mihanovichii. Diese Sorte, «Hibotan», ist japanischen Ursprungs. Auf Japanisch heißt Kaktus übrigens Kakutasu. © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Eigentlich dürfte es den weltweit beliebten Kugel-Kaktus gar nicht geben. Zumindest ist er in der Natur nicht überlebensfähig. Denn es handelt sich um die künstliche Kombination von zwei Kakteen - die zusammen den Erdbeerkaktus ausmachen.

Seinen Namen brachte ihm die obenauf sitzende leuchtend rote Kugel ein, die wie eine Blüte wirkt. Die Kugel ist aber tatsächlich ein eigenständiger Kaktus.

Eine Laune der Natur

Zwei dieser roten Exemplare tauchten in den 1940er Jahren in einer Gärtnerei in Japan auf. Eine Laune der Natur, eine Mutation. Allein sind diese Pflanzen aber nicht lebensfähig, denn für die Photosynthese ist Blattgrün wichtig, erklärt die Deutsche Kakteen-Gesellschaft.

Die Gärtner aber reagierten schnell und verbanden die roten Kakteen mit grünen Kakteen zu einer Einheit - Experten nennen das Aufpfropfen auf eine grüne Unterlage. Die grünen Teile versorgen die roten Kakteen mit allen wichtigen Nährstoffen, sodass diese wachsen und sich weiter vermehren konnten.

«Wenn solche Mutanten auftauchen, sind Sammler meist ganz scharf drauf. Denn es ist etwas Besonderes, das so kein anderer hat», sagt Stephanie Gasper, Reviergärtnerin des Botanischen Gartens Berlin. «Anfangs, damals in den 40er Jahren, war der Erdbeerkaktus super, super, super selten. Nach all den Jahren ist er jetzt aber Massenware. Er wird gerne gekauft, da er durch seine rote Farbe sehr dekorativ ist.»

Stacheln und Drachen

Alles steht und fällt für den Erdbeerkaktus mit seiner sogenannten Unterlage. Meist ist dieser grüne Teil der ungewöhnlichen Kombination der Hylocereus undatus, auch bekannt als die Pflanze, an der die Drachenfrucht wächst.

«Vielleicht haben Sie die schon mal gegessen? Sie hat außen eine pinke schuppige Hülle, innen ist sie weiß mit schwarzen Kernen», sagt Gasper. «Das ist ein kletternder Kaktus mit drei Rippen, der sich leicht vermehren lässt.»

Von ihm nehmen Kakteenproduzenten die Stecklinge und setzen sie in die Erde. Sobald sie angewachsen sind, wird die Spitze abgeschnitten. Ein Ableger vom roten Teil wird auf dieser Schnittstelle mit einem gewöhnlichen Gummiband befestigt, bis die beiden Kakteen zusammengewachsen sind.

Den Unter-Teil besonders pflegen

Wenn Sie wollen, dass Ihr Erdbeerkaktus lange am Leben bleibt, muss es vor allem diesem grünen Teil gut gehen. Denn er allein kann durch Photosynthese Energie für das Kakteenpaar herstellen.

«Der Hylocereus undatus mag es nicht so gerne kalt», sagt Stephanie Gasper. «Ich würde ihn nicht unter 14, 15 Grad kultivieren. Er ist also gut in einem Zimmer aufgehoben.» Am besten steht der Erdbeerkaktus dort an einem Fenster zur West- oder Ostseite.

Insbesondere im Winter sollte der Erdbeerkaktus möglichst nah am Fenster stehen, dann am besten an einem zur Südseite. Gasper rät, nicht weniger als 40 Zentimeter Abstand zur Scheibe zu lassen. «Mehr Abstand macht der Kaktus zwar eine Weile mit, aber irgendwann wird er dann zu wenig Photosynthese betreiben und zehrt nur noch aus dem Speicher. Und der ist irgendwann auch erschöpft.»

Der richtige Topf für den roten Kopf

Die Deutsche Kakteen-Gesellschaft rät, den Erdbeerkaktus so regelmäßig zu gießen, dass das Substrat nicht dauerhaft trocken ist. «Aber ein häufiger Fehler bei der Kultur des Erdbeerkaktus ist zu häufiges Gießen», ergänzt Stephanie Gasper. «Denn beim Kauf stehen die Pflanzen meist in reinem Torf.» Das sei billig und leicht, sodass die Pflanzen sich gut transportieren lassen. «Aber dieser Torf hält Wasser relativ lange - und wenn man zum häufigen Gießen neigt, kann es passieren, dass die Kakteen abfaulen.»

Der Tipp der Gärtnerin: Die Pflanze in mineralisches Substrat mit etwa hohem Sand-, Bims- oder Lavaanteil umtopfen, wenn man zu häufigem Gießen neigt. Achtung: Selbst in Kakteenerde, die im Gartencenter zu bekommen ist, sind laut Gasper oft nur Torf und etwas Sand enthalten. Das eignet sich nicht.

Und man sollte keinen Übertopf, sondern einen Untersetzer nutzen. «Dann kann man immer sehen, ob Wasser unten rausgelaufen ist und eventuell abkippen», so Gasper.

Im Winter gern Gießpause

Wie oft man gießen muss, hängt von den Witterungseinflüssen ab. «Wenn es im Sommer über mehrere Tage 25 Grad oder mehr hat und die Kakteen stehen direkt hinter Glas, dann brauchen sie zweimal die Woche Wasser», sagt Stephanie Gasper. «Wenn Sie im Winter eine relativ kühle Wohnung mit vielleicht 16 Grad haben und die Pflanze bekommt nur wenig Licht ab, dann ist es alle zwei bis drei Wochen mit dem Gießen auch getan.» Ihr Tipp: Fingerprobe im Substrat machen.

Von Mai bis Ende August tut dem ungewöhnlichen Paar ein Kakteendünger Gutes. Gasper rät zu einer Gabe ein- bis zweimal im Monat.

© dpa ⁄ Simone Andrea Mayer, dpa
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