So finden Sie Verlegtes schnell wieder

Selbst ein gutes Gedächtnis ist mal im Stress- und dann vergisst man schnell, wo man gerade noch den Schlüssel oder das Smartphone hingelegt hat. Aber Experten haben Lösungen - mentale und technische.

Wo ist jetzt der Schlüssel hin? Hilfe, mein Geldbeutel ist weg. Und die Brille! Manche Dinge verlegt man gerne mal und muss sich dann immer wieder auf die nervige und zeitaufwendige Suche begeben. Aber sich ständig alles merken, ist ja wohl kaum möglich - oder? Doch, sagen Experten.

Der erste Schritt zur Veränderung ist bewusstes Handeln. Gedächtnistrainer Markus Hofmann rät: Wenn man den Schlüssel oder Geldbeutel ablegt, sich davon auch bewusst verabschieden. «In Gedanken sage ich zu meinem Schlüssel dann beispielsweise "Tschüss, lauf nicht weg, ich komme in drei Stunden wieder."» Dadurch speichere man im Gedächtnis bewusster ab, wo und wann man etwas abgelegt hat.

Eine weitere Strategie ist, Alltagsgegenständen einen fixen Ablageort zuzuordnen. Dieser Ort sollte vor allem zu Beginn, wenn man sich ihn erst noch einprägen muss, sehr offensichtlich sein, empfiehlt Gedächtnistrainerin Margit Ahrens.

Das kann für den Hausschlüssel eine auffällige Schale auf einer Kommode in der Nähe der Haustür sein. Ahrens rät, diesen Ablageort ebenfalls bewusst einzurichten: «Am besten freundet man sich mit diesem Platz an und gibt ihm einen Namen.»

Der mentale Briefkasten und die Körperliste

Wer etwas flexibler sein und sich trotzdem alles merken möchte, braucht vor allem diesen festen Ort im Kopf, sagt Autor und Lerncoach Markus Hofmann. Einen Ort, wo man etwas abspeichert und jederzeit wieder abrufen könne. «Ich nenne das einen mentalen Briefkasten.»

Es geht hier darum, sich nicht nur etwas rational, sondern auch bildlich zu merken - ob die Ablageorte für Schlüssel und Geldbeutel oder auch für ganze Erledigungs- oder Einkaufslisten. Eine beliebte Methode, die sowohl Ahrens als auch Hofmann empfehlen, ist die «Körperliste». Dabei wählt man feste Stationen am Körper, etwa Füße, Knie, Bauch, Ellenbogen und Augen und verbindet damit jeweils Zutaten oder Aufgaben, die man sich merken möchte.

Wenn auf der Einkaufsliste beispielsweise Tomaten, Butter und Milch stehen, könnte eine mögliche gedankliche Verknüpfung so aussehen: Die Tomaten stampft man mit den Füßen zu Ketchup, die Butter lässt man in seinen Kniekehlen schmelzen und die Milch bildet einen kleinen See im Bauchnabel. «Das sind Bilder, die vergisst man nicht so schnell», sagt Margit Ahrens.

Technische Unterstützung

Wer sich dennoch nicht allein auf sein Gedächtnis verlassen möchte, kann Wichtiges wie Schlüssel auch mit Hilfe von Tags orten. Das sind oft Anhänger, die via Bluetooth oder GPS geortet werden können. Schlüsselfinder, die mit Bluetooth arbeiten, funktionieren recht gut in den eigenen vier Wänden, sagt Michael Link, Redakteur des Magazins «c't».

Manche Apps werben darüber hinaus mit der Crowd-Suche. Setzt man seinen Tracker in den Verloren-Modus, reagieren die jeweiligen Apps anderer Nutzer darauf und der Besitzer des Bluetooth-Anhängers erhält eine Nachricht über Ort und Zeitpunkt des letzten Kontaktes. Das Problem dabei: Die Apps sind nicht weit verbreitet, die kollektive Suche verläuft daher oft erfolglos.

Ausnahmen davon sind laut Link Apples «AirTag» oder Samsungs «Galaxy Smart Tag». Hierbei brauchen die Menschen in der Nähe des verlorenen Gegenstands nicht eine spezielle App, sondern lediglich ein modernes iPhone- beziehungsweise Samsung-Smartphone.

Die Tracker selbst melden ihren Standort immer wieder mal, wenn irgendein Smartphone mit ähnlicher Technik zufällig in Reichweite kommt. Mittels Mobilfunkverbindung wird dann der Standort an den Besitzer gesendet. GPS-Tracker können laut Link ebenfalls eine praktische Suchhilfe sein, funktionieren aber meist nur im Freien und brauchen deutlich mehr Akku.

© dpa
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