Energieversorger dürfen Verträge nicht mehr spontan kündigen

24.06.2022 Durch steigende Energiepreise gerieten einige Billiganbieter im vergangenen Winter unter Druck und kündigten Tausende Verträge. Viele Kunden mussten daraufhin teure Neu-Verträge abschließen. Davor sollen Verbraucher künftig besser geschützt sein.

Weil Billiganbieter ihnen spontan die Verträge kündigten, mussten viele Energie-Verbraucher im vergangenen Winter zu den Grundversorgern wechseln, wo sie oft deutlich mehr zahlen. © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Verbraucher sollen künftig besser vor einem plötzlichen Versorgungsstopp ihrer Energieanbieter geschützt werden. Versorger, die ihre Verträge mit Haushaltskunden beenden wollen, müssen diese künftig mindestens drei Monate im Voraus informieren.

Auch die Bundesnetzagentur muss innerhalb dieses Zeitraums in Kenntnis gesetzt werden. Das beschloss der Bundestag mit den Stimmen der Ampel-Koalition und der Union. Linke und AfD stimmten dagegen.

Früherer Ausstieg nur bei Insolvenz

Dem neuen Gesetz zufolge soll ein früherer Ausstieg aus Verträgen nur noch dann möglich sein, wenn ein Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hat. Zudem soll künftig die Aufsicht der Bundesnetzagentur gestärkt werden.

Die Neuregelung ist eine Reaktion auf Entwicklungen im vergangenen Winter als einige Billiganbieter in Turbulenzen geraten waren und Tausende Verträge gekündigt hatten. Diese Verbraucher fielen dann in die sogenannte Ersatzversorgung beim Grundversorger der jeweiligen Kommune - mussten aber nach Darstellung der Verbraucherzentralen oft deutlich mehr zahlen.

Besserer Schutz für Energie-Verbraucher

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) lobte die Änderungen. «Damit werden Haushaltskunden künftig besser vor fragwürdigen Energie-Discountern und ihren unseriösen Geschäftspraktiken geschützt», erklärte VKU-Chef Ingbert Liebing.

Neben den Neuerungen für Verbraucher beschlossen die Abgeordneten auch Regelungen, die den Ausbau erneuerbarer Energien und der Stromnetze vorantreiben sollen - unter anderem dadurch, dass bürokratische Hürden wegfallen. Der Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßte vor allem, dass dem Ausbau von Stromnetzen und Wasserstoffleitungen künftig «ein überragendes öffentliches Interesse» eingeräumt werde. Die BDEW-Vorsitzende Kerstin Andrae mahnte aber an, diese bislang befristete Regelung über 2025 hinaus gelten zu lassen. Das sei für den erfolgreichen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland wichtig.

© dpa

Weitere News

Top News

Sport news

European Championships: Starke Nerven nach schwachem Start: Zeidler auf Kurs

Tv & kino

Featured: Locke & Key Staffel 4: So könnte es mit dem Schlüsseluniversum weitergehen

Familie

Kindeswohlgefährdung: Misshandlung in der Familie: Zahl der Fälle bleibt hoch

People news

Theater: Katharina Thalbach: Männerrollen zu spielen völlig normal

Handy ratgeber & tests

Featured: Galaxy Watch5 und Watch5 Pro: Das steckt in Samsungs neuen Wearables

Das beste netz deutschlands

Featured: Schutz vor Blitzschäden: So kannst Du Deine Technik bei Gewitter schützen

Musik news

Musikbranche: Audiostreaming legt weiter zu - Vinyl-Trend hält an

Internet news & surftipps

Mobilität: Google: spritsparende Routen auch in deutscher Karten-App

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

Verbraucher: Regierung will mehr Schutz für Stromkunden

Job & geld

Nach Insolvenz: Wann Sie den Energielieferanten wechseln sollten

Regional hessen

Versorgungslage: Verbraucherschützer fordern Verbot von Energiesperren

Inland

Klimapolitik: Habeck will Erneuerbare massiv ausbauen

Wirtschaft

Krieg in der Ukraine: Debatte um Schutz der Verbraucher bei Gas-Engpass

Wirtschaft

Fragen und Antworten: Was Russlands Angriff für die Energieversorgung bedeutet

Job & geld

Was Verbraucher tun können: Strom und Gas werden immer teurer

Wohnen

«Die Lage ist angespannt»: Notfallplan Gas: Was die Alarmstufe für Verbraucher bedeutet